Müdigkeitsbedingt haben wir auch heute auf unseren bretterharten Betten ganz gut geschlafen. Das Frühstück war wieder gut und so konnten wir gleich vom Quartier weg eine weitere Wanderung durch die Reisterrassen von ‚Pu Luong‘ starten.
Vorher mussten wir jedoch noch unser Zimmer räumen, da heute wieder ein Tapetenwechsel auf dem Programm steht. Es war kühl und Nebel hing noch in den Hügeln. Das gab den Reisterrassen einen besonderen Charm.
Wir passierten die Dörfer Leo, Mo, Chu und Danh, die sich nicht wesentlich unterscheiden. Es gibt hier viele unterschiedliche Geschäfte. Die sehen zwar nicht ganz so aus wie bei uns, aber erfüllen offenbar ihren Zweck.
Die Wohnhäuser haben unterschiedlichen Status, sind aber alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Ein großer Raum ruht auf hohen Stelzen. Dieser Raum dient als Küche, Wohn- und Schlafraum für alle Bewohner, die auch aus verschiedenen Generationen stammen können. Unter diesem Raum wird zwischen den Stelzen alles gelagert, was zum Haus gehört. Hier steht auch ein Tisch zum Essen, wenn es das Wetter erlaubt. Diese Bauweise schützt die Menschen von ungebetenen Tieren und der durchstreifende Wind bringt im Sommer angenehme Kühle.
Die Menschen waren sehr freundlich und immer beschäftigt. Es gibt neben der Arbeit in den Reisfeldern aus außerhalb davon viel zu tun.
Während wir durch einen Ort gingen, kamen wir an einer Schule vorbei, aus der gerade eine Schar von Schülern stürmte. Sie wurden entweder von einem Elternteil mit einem Scooter abgeholt, fuhren selbst mit ihrem eigenen nach Hause oder gingen klassisch zu Fuß. Viele Kinder grüßten von ihren Vehikeln herunter und manch blieben stehen, um ihre Englischkenntnisse auszuprobieren.
Immer wieder kamen war an Reisfeldern vorbei, deren Anordnung uns immer wieder beeindruckte. Frauen waren damit beschäftigt Gras aus den Feldern zu entfernen, Schnecken einzusammeln oder mit einem Stock Löcher in den Schlamm zu stechen, damit dieser ordentlich mit Sauerstoff versorgt wird.
Nach über zwei Stunden und acht Kilometern wartete wieder unser Auto auf uns. Wir fuhren eine gute Stunde bis wir zum ‚Heiligen Fischbach Cam Luong‘ kamen. Dieser Bach ist 150 Meter lang und drei Meter breit. In ihm leben hunderte ‚Gioc-Fische (Chinesische Phönixbarbe)‘, die bis zu 30 Kilogramm schwer werden können. Die Tiere können hier ungehindert leben und wachsen, denn die Menschen hier glauben, dass sie Götterfische sind und sie werden weder gefangen noch gegessen.
Am Abend schwimmen die Fische in eine Berghöhle, um diese am Morgen wieder zu verlassen und wieder im Bach herumzuschwimmen. Obwohl die Fischdichte hier sehr hoch ist, riecht es hier nicht nach Fisch und auch das Wasser ist sehr klar. Die Tiere könnten auch den Bach hinunter und in den angrenzenden Fluss schwimmen, aber sie ziehen es vor in ihrem Bach zu bleiben. Einheimische versuchen immer wieder die Fische zu streicheln, um das Göttliche der Tiere auf sich selbst zu übertragen.
In einem nahegelegenen Ort ‚Thach Thanh‘ haben wir dann zu Mittag gegessen. Diesmal war es nicht so üppig und gut, wie wir es bisher gewohnt waren. Aber es war ok.
Kurz vor unserem Ziel ‚Ninh Binh‘ hielten wir noch an einem Atelier einer Künstlerin. Sie unterwies uns in der Kunst des Stickens und wir konnten ein eigenes ‚Kunstwerk‘ sticken.
Gegen 17:00 kamen wir dann in ‚Ninh Binh‘ an und bezogen unser neues Homestay 'VanLongFamilyHomestay'. Die redselige junge Hausfrau zeigte uns unser Zimmer und wir waren sehr zufrieden. Ein großes Zimmer mit weichen Betten, dazu noch Bad/WC und eine Klimaanlage.
Um 19:00 wurden wir zum Abendessen gerufen und das war sensationell. Neben Reis, Frühlingsrollen, pikantem Salat, Fisolensalat, Shrimps süß-sauer gab es ein außergewöhnliches Schweinefleisch. Das Fleisch war zart und weich und schmeckte, wie auch der Saft so gut wie zu Hause. Dazu gab es kleine braune Eier. Ein Hochgenuss.
Unsere heutige komplette Tagestour: