2024-03-19 - Tagestour in die ‚Entmilitarisierte Zone‘

Ganz ausgeschlafen waren wir noch nicht, als um 5:45 der Wecker bimmelte. Aber für 7:30 hatten wir eine Tagestour gebucht und so mussten wir zu dieser frühen Stunde aus den Federn.

Schon vor längerer Zeit hatten wir über ‚GetYourGuide‘ beim Anbieter ‚Connecttravel‘ die ‚DMZ Tour mit Vinh Moc Tunneln und Khe SanBasis‘ gebucht. ‚DMZ steht für DeMilitarizedZone‘ und gemeint ist damit jener Landstreifen entlang des 17. Breitengrades der 1954 eingerichtet wurde und Nord- und Südvietnam trennte. 

Pünktlich wurden wir abgeholt. Zusammen mit zehn anderen Touristen aus Vietnam, Schweiz, Deutschland, Holland, England und USA und der Reiseleiterin ‚Hoa‘ (Blume) ging die Fahrt los. 

Nach zwei Stunden Fahrt kamen wir in die Stadt ‚Quang Tri‘. Dort fuhren wir zuerst an der katholischen Kirche ‚Long Hung‘ vorbei. Diese Kirche ist eines der wenigen Gebäude, welches in den schweren Kämpfen im Vietnamkrieg 1972 nicht komplett zerstört wurde.


In ‚Quang Tri‘ gibt es auch eine Zitadelle. Auch hier gab es 1972 schwere Kämpfe und durch das schwere Bombardement der USA wurde sie fast vollständig zerstört. Heute befindet sich dort ein großes Kriegerdenkmal, das an die Heldentaten der vietnamesischen Armee und des ganzen Volkes erinnert.





Im dazugehörigen Museum ist ebenfalls eine Gedenkstätte vorhanden, sowie Relikte und Bilder aus den Kriegstagen.





Weitere eineinhalb Stunden Fahrt brachten uns zum ehemaligen US-Marine-Stützpunkt ‚Khe Sanh Combat Base‘. Dieser Stützpunkt wurde nahe der ‚Entmilitarisierten Zone‘ errichtet um das Einsickern der ‚Nordvietnamesischen Armee‘ in den Süden zu verhindern. Während der ‚Tet Offensive‘ Nordvietnams gab es hier schwere Kämpfe. Die US-Armee konnte den Angriff abwehren, gab aber diesen Stützpunkt anschließend auf.

Heute ist auf diesem Gelände ein Museum eingerichtet und man kann hier hautnah damaliges Kriegsgerät ansehen.





Auch ein Labyrinth von Schützengräben inklusive Bunker ist noch vorhanden und zugänglich.





Hier gab es ebenfalls ein Museum mit Darstellung von Alltagsszenen während des Krieges und die dazugehörigen Relikte und Dokumentationen.




In einem Familienbetrieb bekamen wir das im Tourpreis inbegriffene Mittagessen. Und es war reichlich und gut.



Nach dem Essen fuhren wir zur ‚Hien Luong Brücke‘, die über den ‚Ben Hai Fluss‘ führt. Zwischen 1954 und der Wiedervereinigung 1975 war die Brückenmitte die Grenze zwischen Nord- und Südvietnam. Ein Mahnmal und ein Museum erinnern auch hier an die Kämpfe zwischen den beiden Ländern.





Weiter ging es zur letzten Station unserer Tour, den ‚VinhMoc Tunneln‘. Diese Tunnel sind ‚Schutztunnel‘ und keine wie in Südvietnam üblichen ‚Kampftunnel‘. ‚Schutztunnel‘ sind relativ hoch und breit, besitzen keine Fallen und sind nur mäßig bewaffnet. ‚Kampftunnel‘ kann man meist nur kriechend benutzen, haben viele Fallen eingebaut und sind stark bewaffnet und bewacht.

Hier gibt es drei Tunnelebenen. Eine auf 10, eine auf 15 und eine auf 20 Meter Tiefe. Wir konnten Ebene zwei und drei begehen. Wir stiegen den Tunnel Nr. 3 hinab und kamen bei einem Ausgang direkt am Meer wieder ans Tageslicht.




In diesem Tunnelsystem gab es alles. Angefangen von Toilettenanlagen, Besprechungsräume, Schulklassen, Waschräume, Sanitätsräume und sogar eine Geburtenstation. Eine Nische in den Tunnels war jeweils der Lebensraum für eine vierköpfige Familie.




Für den Rückweg nahmen wir einen anderen Tunnel, dessen Stufen steil bergauf führten. So kamen wir total außer Atem und wegen der hohen Luftfeuchtigkeit total verschwitzt am Ausgangspunkt an. Es war sehr interessant, aber wir waren dann doch wieder froh, die Tunnel verlassen zu haben. Schwer vorstellbar, dass man in diesem unterirdischen System monatelang Leben kann, während die Erde durch die gewaltigen Bombeneinschläge vibriert. 

Nach zwei Stunden Fahrt hatten wir wieder ‚Hue‘ erreicht und wurden in unseren jeweiligen Hotels abgesetzt. Unsere Reiseleiterin ‚Hoa‘ ist zwar eine kleine und zierliche Person, aber eine Große ihres Berufes. Sie erklärte uns vieles in sehr gutem Englisch und spielte in den Pausen zum Thema passende Musik. 

Nach der Ankunft gingen wir gleich in der Nähe unseres Hotels Abendessen und bestellten beide ‚Chicken-Curry‘. Es war nicht schlecht, aber wir haben schon besser gegessen.


Unsere heutige komplette Tagestour: