2023-06-22 - Allein durch Vietnam
2024-03-07 - Flug von Wien nach Dubai
Ganze neun Tage waren wir in unserem trauten Heim. Aber heute zog es uns wieder in die Ferne. Gegen 8:00 standen wir gemütlich auf und richteten noch die letzten Sachen her. Für 10:30 hatten wir uns vorgenommen, in aller Ruhe zum Bahnhof zu gehen.
Dann kam doch noch etwas Hektik auf. Vor genau einer Woche hatten wir unsere Unterwasserkamera Olympus TG6 zur Reparatur eingeschickt, da der Focushebel permanent stecken bleibt. Die Reparaturdauer wurde mit vier Wochen veranschlagt und inklusive Transportweg, die Kamera wurde nach Portugal gesendet, sollte das Gerät erst irgendwann im April wieder bei uns zurück sein.
Gestern abends kam eine E-Mail mit der Mitteilung, dass die Kamera bereits am Freitag zugestellt wird. Wir haben gleich unseren Nachbarn Alex verständigt und ihn gebeten, die Empfangsadresse auf seine Wohnung ändern zu dürfen. Er sagte ‚ja‘ und wir änderten die Adresse im Zustellersystem.
Heute gegen 10:15 kam wieder eine E-Mail, dass die Zustellung schon heute erfolgt die Kamera spätestens um 11:15 bei uns ist. Also haben wir Alex von der Terminänderung verständigt und uns für das Verlassen der Wohnung bereit gemacht. Während wir uns unsere Schuhe anzogen, hörten wir Lärm im Stiegenhaus. Wir hatten eine kleine Vorahnung und schauten ins Stiegenhaus. Tatsächlich! Der Zusteller mit unserer Kamera sprach gerade mit unserem Nachbarn.
Wir nahmen das Paket gleich an uns, öffneten es, entnahmen die Kamera und tauschten sie gegen jene TG6 die bereits im Rucksack verstaut war (und auch ein Problem mit dem Focushebel hat), aus. Trotz der Umpackerei kamen wir rechtzeitig von zu Hause fort.
Der Zug kam pünktlich, die Fahrt war angenehm und am Flughafen war nicht allzu viel los. Nur bei Emirates stand bereits eine lange Schlange. Wir waren 11:50 dort und die Check-In-Schalter hatten bereits seit zehn Minuten geöffnet. Bei acht geöffneten Schaltern ging das Einchecken flott und nach kaum 15 Minuten standen wir am Schalter.
Der junge Mann checkte uns ein und überprüfte besonders genau das Visum für Vietnam. Sollte das Visum fehlerhaft sein, werden die Fluggäste nämlich nicht ins Land gelassen und auf Kosten der Fluglinie zurückgeschickt.
Beim Securitycheck war ebenfalls viel los, aber aufgrund unserer Diners-Club-Kreditkarte konnten wir die Fast-Lane benutzen, wo genau niemand angestellt war.
Deshalb saßen wir auch schon fünf Minuten später in der Airportlounge. Wir hatten nur ein kleines Frühstück und mittlerweile war es schon nach Mittag und wir entsprechend hungrig. Heute gab es Hühnerragout mit Gemüse und Teigwaren. Als Nachspeise hatten wir Kirschen- und Apfel- und Schokokuchen, sowie Gugelhupf. Wir haben noch nie so gut in dieser Lounge gegessen wie heute.
Um 14:00 gingen wir zu unserem Gate und konnten nach kurzer Wartezeit auch wieder mit den Businessclass-Passagieren an Bord. Diesmal flogen wir mit einem A380. Es ist immer wieder beeindruckend diesen Riesenvogel vor sich zu sehen. Im Inneren sind die Ausmaße ebenfalls gigantisch. Das Boarding dauerte nicht lange und wir hoben schon Richtung Dubai ab. Im Entertainmentsystem gab es zwei USB-Anschlüsse und eine Steckdose. So viel Connectiviy gibt es selten in einem Flugzeug.
Die Flugzeit betrug 05:06 und war total ruhig. Nicht einmal hat es auf diesem Flug auch nur ein wenig geruckelt. Wie bei Emirates üblich gab es ein exzellentes Essen. Edith wählte Rindfleisch, Franz nahm das ‚thailändische Huhn‘. Als Nachspeise gab es Pudding und Keks.
Nach dem Essen schauten wir Harry Potter bzw. Gladiator und waren von der Bild und besonders von der Tonqualität der Filme begeistert. So verging die Zeit schnell und wir landeten zehn Minuten zu früh zu fast mitternächtlicher Stunde.
Nach dem Ausstieg begann eine lange Wanderung. Zuerst ging es entlang der A-Gates, dann endlos weiter bei den B-Gates, die Rolltreppe hinunter zu den C-Gates und nach ein paar weiteren Minuten waren wir endlich bei unserem C-22-Gate. Unterwegs waren wir eine gute Viertelstunde.
Gleich neben dem Gate gibt es ein Kaffeehaus. Dort setzen wir uns hin um uns mit Cola und einem ‚Salmon-Bagel‘ zu laben. Und die nächsten drei Stunden bis zum Flug nach Hanoi totzuschlagen. Dabei konnten wir das Siegestor von Gregoritsch für Freiburg gegen West Ham United bejubeln.
2024-03-08 - Flug von Dubai nach Hanoi
Beim Gate C-22 hatten sich schon frühzeitig viele Passagiere versammelt. Um noch einen Sitzplatz im Wartebereich zu ergattern, verließen wir das Kaffeehaus und erwischten noch die letzten freien Sitzplätze. Da wir immer enger zusammenrücken mussten, fragten wir wieder wegen dem Pre-Boarding und konnten uns deshalb in den locker besetzen Business-Wartebereich setzen.
Vordem Einstieg in die Maschine wurde nochmals unser Pass und unser Visum geprüft. Der Beamte kontrollierte sehr gewissenhaft, ob die Angaben im Pass auch ganz genau mit den Visadaten übereinstimmten.
Diesmal flogen wir leider nicht mit dem A380, aber die B777-300ER war auch nicht schlecht. Wir hatten das gleiche Entertainmentsystem und daher tolle Film- und Soundqualität, sowie hunderte Filme zur Auswahl.
Mit Essen wurden wir auch wieder verwöhnt. Da wir erst nach 04:00 abflogen, gab es nach ca. zwei Stunden einen kleinen Imbiss. Ein Rindfleischsandwich mit Sauerkraut. Zwei Stunden vor der Landung wurde chinesisches Huhn serviert. Wir waren von den vorigen Essen so satt, dass wir nur ein wenig kosteten.
Warten hieß es dann beim Gepäckband, wo wir eine gute halbe Stunde auf unsere Koffer warteten. Endlich in der Ankunftshalle teilten wir uns auf. Franz kaufte eine lokale SIM-Karte und zahlte für ein Paket mit 30 Tagen Gültigkeit, je 6 GB Daten je Tag mit Highspeed und endlos viele Telefongespräche und SMS nur €13,50. Edith macht uns einstweilen zu Millionären. Sie ging zum Bankomat und kam mit vier Millionen vietnamesischen Dongs zurück. Hier bekommt man eine Million Dongs um 35,00 Euro.
Nun ging es schnellen Schrittes vor die Ankunftshalle, denn dort wartete eine Taximanagerin auf uns. Die Fahrt vom Flughafen bis zu unserem Hotel hatten wir über Booking.com vorgebucht. Die Managerin stand mit einem Zettel mit ca. 10 Namen vor der Halle und als sich alle gesuchten Touristen bei ihr gemeldet hatten, rief sie Taxis, setzte die Fahrgäste in die Autos und rief den Fahrern das anzufahrende Hotel zu.
Unsere Fahrt für gute 30 Km dauerte eine gute Stunde und wir konnten uns gleich ein Bild von der Stadt machen. Das Wetter war trübe, aber wir glauben das dies nicht direkt vom Wetter, sondern von der Smogschicht über der Stadt kommt. Die Häuser sind grau und schon in die Jahre gekommen. Eine schmucke Stadt sieht anders aus.
Bemerkenswert während der Fahrt war die Überquerung des ‚RotenFlusses/Yuan Jiang‘ auf der ‚Nhat Tan Brücke‘. Diese gibt es erst seit 2015 und sie ist Teil der neuen sechsspurigen Autobahn zwischen Hanoi und dem internationalen Flughafen von Hanoi ‚Noi Bai‘.
Nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, fuhren wir unzählige schmale, verwinkelte Gassen, in denen sich Autos, Mofas, Rikschas und Fußgänger die Straße teilten. Gehsteige sind zwar vorhanden, aber für Fußgänger nicht benutzbar, da sie als Mofaparkplatz, Geschäftslokal oder Straßenküche verwendet werden. In einer dieser kleinen und lauten Gasse hielt der Taxifahrer und wir standen vor dem ‚Hotel Babylon Premium‘. Das Einchecken ging schnell und unser Zimmer war auch schon hergerichtet und gefällt uns sehr gut. Wir legten eine kurze Pause ein, um anschließend aufzubrechen und die Stadt ein wenig zu erkunden.
Fahrt vom Flughafen zum Hotel:
Flugroute von Dubai nach Hanoi:
2024-03-08 - Hanoi, Wasserpuppentheater
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotelzimmer gingen wir gegen 16:00 los, um die Stadt Hanoi etwas kennenzulernen. Was uns gleich auffiel waren die Massen an Menschen, die sich durch die Stadt bewegten. Verkehrsregeln sind hier eine Empfehlung, aber niemand fühlt sich so richtig daran gebunden.
Essen scheint ihr ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor zu sein. Immer und überall gibt es etwas Essbares zu kaufen. Ob im Restaurant oder in Straßenküchen.
Wir kamen nach wenigen Gehminuten an Hanoi‘s berühmtesten, aber nicht unbedingt saubersten See, dem ‚Hoan Kiem See‘. Auf einer kleinen Insel in diesem See findet man den ‚Ngoc Son Tempel‘, der über die markant rote ‚The Huc Brücke‘ zu erreichen ist.
Nun suchten wir für das Abendessen ein geeignetes Restaurant. Spontan entschieden wir uns für ein kleines Lokal mit nur zwei Tischen. Die Speisen wurden von der Wirtin bzw. Hausfrau auf einem Beistelltisch in einem Wok zubereitet. Es gab Frühlingsrollen, eine Art faschiertes Rindfleisch in Fladenform und eine süßliche Suppe mit Gemüse und gebratenem Speck. Wir erlebten einige unbekannte Geschmacksempfindungen, die aber nicht unangenehm waren. Die Menge übertraf unseren Hunger und gemeinsam mit ein Coke bezahlten wir nicht einmal sechs Euro.
Das Hauptziel dieses Abends aber war das ‚Thang Long WaterPuppet Theater‘. In diesem einzigartigen Theater werden Puppen in einem Wasserbecken tanzen gelassen.
Eine Liveband sorgt mit historischen Instrumenten für die musikalische Umrahmung.
Eine Vorstellung besteht aus mehreren Episoden, in denen mit Puppen Szenen aus dem vietnamesischen Leben bzw. der Geschichte erzählt werden.
In der Ausgangshalle waren Puppen und Requisiten aus vergangenen Veranstaltungen ausgestellt. Danach war Schluss für heute. Im Hotelzimmer wurde noch einiges für die nächsten Tage vorbereitet und dann ging es nach 35 Stunden ohne viel Schlaf endlich wieder in ein ordentliches Bett.
Unsere erste Erkundungstour in Hanoi:
2024-03-09 - Hanoi – City Walk
Bei Guru-Walk hatten wir für 09:00 eine Free-Walking-Tour gebucht. Bei solchen Touren zahlt man keine fixe Teilnahmegebühr, sondern man gibt ein entsprechendes Trinkgeld. Bei der Buchung bekommt man nicht nur das elektronische Ticket, sondern auch gleich den Vorschlag wieviel Trinkgeld man geben soll. Wir haben schon etliche solcher Touren gemacht und die Erfahrung gemacht, dass die meisten Teilnehmer mehr als den vorgeschlagenen Betrag geben. Aber wir haben auch einige gesehen, die überhaupt nichts hergegeben haben.
Wir waren die ersten beim vereinbarten Treffpunkt und langsam fanden sich alle Teilnehmer ein, sodass unser Guide Tony pünktlich mit der Tour starten konnte. Den Anfang machten wir mit dem ‚Đền Bà Kiệu/Thien Tien‘-Tempel.
Anschließend ging es ein Stück quer durch Hanoi. An bestimmten Plätzen machten wir halt und Tony erzählte uns wissenswertes von Hanoi. Die Häuser hier sind nicht besonders sehenswert und nur selten sieht man ein Haus, in dem man wohnen will.
Erstaunt waren wir auch über die manchmal seltsamen Transportmethoden.
Viele Frauen konnten wir beim Kochen in einer der unzähligen Straßenküchen bestaunen. An jeder Ecke kochte, dampfte und brutzelte es, sodass wir permanent mit einem kleinen Hungergefühl herumliefen.
Fleisch und Fisch wurden in allen möglichen Arten angeboten. Vor vielen Supermärkten wurde von Straßenhändlern im Eingangsbereich Frischfleisch gehandelt und gleich nach den Bedürfnissen der Kunden zerlegt und verpackt.
Nicht nur roh bekam man Fleisch und Fisch zu kaufen. Natürlich auch in den verschiedensten zubereiteten Formen.
Eine Speise wurde uns besonders ans Herz gelegt. Wurmplätzchen. Man fischt die Würmer aus dem Wasser, reinigt sie ordentlich, gibt Eigelb und Mehl dazu, verquirlt alles ordentlich, bis die Würmer zerkleinert sind und frittiert sie dann in heißem Fett. Wir haben freiwillig darauf verzichtet diese Köstlichkeit zu kosten.
Nach Ende der empfehlenswerten Tour riefen wir die Taxiapp ‚Grab‘ auf und ließen uns ein Taxi kommen. Nach drei Minuten stand das Taxi bei uns und brachte uns in zehn Minuten Fahrt zur ‚Trainstreet‘. Dafür mussten wir €1,10 zahlen.
Die berühmt, berüchtigte ‚Trainstreet‘ ist eine schmale Passage, auf der Züge zwischen zwei Häuserreihen durchfahren. In den Häusern entlang der engsten Stelle dieser Zugtrasse gibt es unzählige Lokale.
Und dann kam er endlich. Und es war nicht ein Bimperlzug der heranbrauste. Und es war ein elendslanger Schnellzug, der mit gut 100 KmH durch das Menschenspalier donnerte. Und das wenige Zentimeter von den Zuschauern entfernt. Und es war ein tolles Erlebnis.
Weiter ging es zum letzten Besichtigungspunkt des heutigen Tages. Zehn Gehminuten entfernt gelangten wir zur ‚St.Joseph’s Cathedral‘. In nur zwei Jahren, von 1884 bis 1886, wurde diese, der ‚Notre Dame de Paris‘ nachempfundene, im neugotischen Stil erbaute katholische Kathedrale erbaut. Benannt ist sie nach dem ‚Hl. Josef‘, welcher der Schutzpatron Vietnams ist.
Den Tagesabschluss machten wir im Restaurant ‚Pho 10 Ly QuocSu‘. Dieses Lokal ist bekannt für seine Suppen, die mit Nudeln, Gemüse und Rindfleisch, dessen Varianten man auswählen kann, serviert werden. Das ist auch das einzige Gericht, das man dort bestellen kann. Edith wählte 'Tai bap', Franz 'Tai chin' und uns hat es beiden ausgezeichnet geschmeckt.
2024-03-10 - Tour-Tag-1v5 – von Hanoi nach Mai Chau
Zweieinhalb Tage haben wir nun Hanoi kennenlernen dürfen. Fazit: eine interessante Stadt wegen des regen Verkehrs und der so unterschiedlichen Lebensart ihrer Einwohner. Für uns hieß es aber heute wieder weiterzuziehen.
Denn heute startete mit ‚Izi-Tour Vietnam‘ die ‚Abenteuervon Mai Chau-Pu Luong-Ninh Binh‘-Tour, die uns in fünf Tagen Kultur und Landschaft Nordvietnams näherbringen soll. Wir packten nur das für die nächsten Tage erforderliche ein und ließen das Hauptgepäck im Hotel, da wir nach diesen fünf Tagen ohnehin wieder für zwei Tage hier wohnen werden.
Pünktlich um 08:00 wurden wir von unserem Guide, Herrn Doung und seinem Fahrer Hrn. Fu mit einem ‚Toyota Innova 2.0 E‘ abgeholt.
Wir verließen Hanoi in westlicher Richtung und konnten dabei noch ein wenig von der Stadt sehen.
Doch bald hatten wir das Stadtgebiet verlassen und es wurde ländlicher. Auch das Wetter änderte sich. Es begann zu nieseln und Nebel verhüllte die nicht allzu hohen Bergspitzen.
Nach einer Stunde Fahrt machten wir in ‚Cao Phong‘ halt. In diesem kleinen Ort hab es einen kleinen Markt, durch den wir kurz besuchten. Bauern der Umgebung bieten hier ihr Obst und Gemüse an.
Und natürlich werden hier auch Fisch- und Fleischprodukte verkauft.
Aber auch alle möglichen Haushalts- und Bekleidungsartikel waren hier zu finden.
Weiter ging es zum über 1.000 Meter hoch gelegenen ‚ThungKhe Pass‘. Vor der Passhöhe hielten wir an, um die Raststation zu besuchen. Raststation bedeutet in diesem Fall, dass nebeneinander Holzhütten aufgestellt und bei deren Eingang ein offenes Feuer lodert, auf dem Reis und Suppe gekocht bzw. Fleisch gegrillt wird. Im hintern Teil der Hütte befinden sich Liege- und Hängematten, damit sich hier der gestresste Autofahrer erholen kann.
Das Wetter war noch immer nicht besonders, sodass die Aussicht ins Tal nicht besonders war.
Ein paar Fahrminuten später hatten wir dann den Pass überquert und stoppten wenig später bei der Aussichtswarte ‚Top View Mai Chau‘. Hier war das Wetter viel besser als auf der anderen Seite des Berges. Von der Terrasse hatten wir ein relativ guten Blick hinunter ins Tal. Dort unten werden wir heute noch wandern und die Nacht verbringen.
Die Abfahrt hinunter ins Tal dauerte nicht lange und wir hielten bei ‚Homestay Hao Son‘, wo wir zu Mittag aßen. Das Restaurant dieses Homestay war fast vollständig ausgebucht und uns wunderte es nicht, denn es ist eine wirklich schöne Lokalität.
Noch mehr staunten wir als die Kellnerin unser Essen brachte. Die Kellnerin schleppte eine riesige, liebevoll angerichtete und dekorierte Platte heran. Und wir haben fast alles aufgegessen. Das Huhn süß-sauer, den gebratenen Fisch, die Frühlingsrollen, das Faschierte in Spinatblättern, den Salat mit Nüssen, das gemischte Gemüse, die Schüssel mit Reis und die in Bananenblätter gedämpften Reisstangen.
Nach so langer Zeit des Sitzens war es Zeit für Bewegung. Trotz des vollen Magens, der eigentlich eine horizontale Körperlage bevorzugt hätte, gingen wir mit unserem Guide eine Runde durch das Tal.
Hier wird seit Generationen Baumwolle, die aus Bambus gewonnen wird, versponnen. Die Muster werden von Frau zu Frau weitergegeben und existieren nur in den Köpfen der Weberinnen.
Auch hier spielt das Mofa eine zentrale Rolle. Was immer es auch ist, es wird auf einem Mofa transportiert.
Bei unserem Spaziergang begegneten wir auch einigen Tieren. In welchem Zustand auch immer!
Hier gibt es auch viele Homestays, die sehr gut ausgestattet sind und während der Wochenenden oder in der Hauptreisezeit meist ausgebucht sind. Hier wir auch gerne geheiratet.
2024-03-11 - Tour Tag-2v5 – Pu Luong, Chieng Lau
Auf dem bretterharten Bett hatten wir ganz gut geschlafen und mussten wieder einmal das Zimmer räumen. Um 8:00 waren wir beim Frühstück um dann um 8:30 in das 25 Km entfernte ‚Pu Luong‘ zu fahren. Zwischendurch hielten wir bei einer Fabrik, die Bambus verarbeitet. In Vietnam wird Bambus als universeller Stoff verwendet. Hier werden hauptsächlich Essstäbchen und Blockhölzer erzeugt. Die Überreste werden zur Papiererzeugung bzw. als Futtermittel weiterverkauft.
Ein paar Kilometer weiter kamen wir an einen Aussichtsplatz, von dem wir einen guten Blick auf die Reisterrassen des ‚Pu Luong‘-Tales hatten.
Wieder ein Stück weiter begann unsere Wanderung durch das ‚Pu Luong‘-Tal. Natürlich gab es auf diesem Track einiges zu sehen.
Die Bewohner leben oft noch in uralten Häusern, oft eng mit den Haustieren wie Kühe, Büffel, Enten, Hühnern, Katzen und Hunden zusammen.
Wir waren allerdings hier, um die Reisterrassen nicht nur zu sehen, sondern auch an ihnen entlang zu spazieren. Da die Pflanzen erst relativ frisch gesetzt waren, konnten wir noch viel von der Wasseroberfläche der Reisfelder sehen, welche in einem späteren Stadium unter dem dichten Grün der Reispflanzen verschwindet.
Kurz vor dem Ende der Wanderung kamen wir an eine Hütte in der Reiswein produziert wurde. Reis wird gekocht, dann einige Tage zum Fermentieren in einem Fass ruhen gelassen, dann kommt die Masse in einen Dampkessel, der Damp wird abgekühlt und schon rinnt der 30 % Reiswein in das Sammelgefäß. Leider gab es keine Kostprobe für uns.
Nach zwei Stunden endete unsere fünf Kilometer lange Wanderung im Ort ‚Ban Hang‘. Hier, wie eigentlich überall wo wir hier waren, werden viele Homestays neu gebaut. Der Tourismus kommt auch hier langsam, aber kräftig in Schwung.
Zum Mittagessen fuhren wir ins Restaurant ‚Dac San Pu Luong‘ wo wir nicht nur die schöne Aussicht, sondern vor allem das gute Essen genossen haben. Und da wir brav alles auf- und ausgegessen hatten, kam zum ersten Mal seit wir in Vietnam sind, die Sonne hervor und begleitete uns den Rest des Tages.
Nachmittags ging es dann weiter zu den Wasserrädern von ‚Chieng Lau‘. Hier wird der Transport von Wasser aus dem Fluss zu den Reisfeldern schon Jahrhunderte mit Hilfe von Wasserrädern organisiert. Diese Räder werden komplett aus Bambus hergestellt. Kein Teil dieser Räder ist aus Eisen bzw. anderen Materialien. Hier gibt es keine Schrauben, alle Verbindungen werden mit Bambusfasern hergestellt.
Wir kamen auch an einem Haus vorbei, in dem die Hausfrau gerade Futter für ihre Kühe zubereitete. Das Futter wird aus Bananenstauden gewonnen. Ob wir eine wirkliche Hilfe bei der Futterzubereitung waren, möchten wir bezweifeln.
Entspannter dagegen war eine Flussfahrt auf dem ‚Suoi Cham‘. Auf speziellen Booten bzw. Flössen wird man ein Stück des Flusses von einem Mann mit einer langen Stange hinauf- und hinunter geschoben.
Damit war unser heutiges Programm beendet und wir fuhren zu unserem neuen Quartier, dem ‚Puluong Home‘. Die letzten 100 Meter mussten wir zu Fuß gehen, was uns allerdings die Gelegenheit bot, Reisterrassen im Licht der untergehenden Sonne zu sehen.
Unser Zimmer ist ausreichend groß und die Betten ebenfalls mit einer steinharten Matratze ausgestattet. Leider haben wir keine Dusche/WC im Zimmer, sodass wir für die Benutzung dieser Räume immer einen langen Gang entlanglaufen müssen. Ansonst ist die Unterkunft sehr schön und sogar mit einem Pool ausgestattet.
Mit einem ausgezeichneten Abendessen mit Kürbiscremesuppe, Reis, Frühlingsrollen, Salat, Fisch und Schweinespieße beendeten wir den heutigen Tag.
Unsere heutige komplette Tagesroute:
2024-03-12 - Tour Tag-3v5 – Kho Muong, Uoi und Lan Ngoai
Auch in diesen bretterharten Betten hatten wir sehr gut geschlafen. Gegen 08:00 bedienten wir uns am reichhaltigen Buffet und wurden um 09:00 von unserem Guide abgeholt.
Wir fuhren nur vier Kilometer und begannen unsere heutige lange Wanderung. Schon nach wenigen Metern bog unser Weg ab, wieder ins ‚Pu Luong‘- Tal und führte uns weiter am Rand eines großen Reisterrassengebietes.
Wir kamen durch das Dorf ‚Kho Moung‘, in dem die Menschen noch sehr rationell Leben.
Weiter ging es auf einem schönen Weg Richtung ‚Kho Moung‘-Höhle. Dieser Weg gab schöne Ausblicke auf weitere Reisterrassen frei. Reisfelder müssen von Schnecken befreit werden. Eine mühsame Arbeit, aber wenigsten hat man dann ein gutes Essen.
Der Aufstieg zur ‚Kho Moung‘-Höhle war sehr mühsam. Oben angekommen konnte man in zwei Höhlen hineinschauen bzw. in die linke Höhle sogar ein Stück hineingehen.
Wir wanderten weiter und kamen gegen Mittag in das Dorf ‚Ba Thuoc‘ wo wir in einem Homestay nicht nur sehr freundlich bedient, sondern auch mit einem exzellenten Mittagessen versorgt wurden.
Nun lag eine lange Strecke vor uns, die uns durch Waldgebiet und das ‚Maniok-Field‘ führte.
Wir kamen auch an kleinen Bananenplantagen vorbei, wo wir die diversen Entwicklungsstufen einer Bananenblüte sehen konnten.
Vor dem Dorf ‚Uoi‘ gab es wieder einige Reisterrassen zu sehen.
Im Dorf selbst herrschte geschäftiges Treiben.
Im nahe gelegen Bambuswald wurden von Frauen fleißig Bambusstangen gefällt, aufbereitet und transportbereit gemacht. Die Männer sorgten dann für den Transport ins eigene Heim oder in die Fabrik.
Im Dorf ‚Lan Ngoai‘ wartete schon unsere Fahrer und wir waren froh nach über 12 gewanderten Kilometern, 356 Höhenmetern in ständigen auf und ab, wieder zurück in unser Homestay gebracht zu werden.
Im Zimmer konnten wir unsere müden Glieder etwas ausruhen, bevor wir zum Abendessen gingen. Da wir aus der Karte auswählen konnten, fiel unsere Wahl auf den ‚Grill am Tisch‘. Ein junger Kellner kam mit den Zutaten und dem Gasgrill. Er brutzelte für uns aus Fisch, Ente, Huhn, Schwein, Kartoffeln, Paradeiser, Zwiebel und Gemüse ein äußerst köstliches Essen.
2024-03-13 - Tour Tag-4v5 – von Pu Luong nach Ninh Binh
Müdigkeitsbedingt haben wir auch heute auf unseren bretterharten Betten ganz gut geschlafen. Das Frühstück war wieder gut und so konnten wir gleich vom Quartier weg eine weitere Wanderung durch die Reisterrassen von ‚Pu Luong‘ starten.
Vorher mussten wir jedoch noch unser Zimmer räumen, da heute wieder ein Tapetenwechsel auf dem Programm steht. Es war kühl und Nebel hing noch in den Hügeln. Das gab den Reisterrassen einen besonderen Charm.
Wir passierten die Dörfer Leo, Mo, Chu und Danh, die sich nicht wesentlich unterscheiden. Es gibt hier viele unterschiedliche Geschäfte. Die sehen zwar nicht ganz so aus wie bei uns, aber erfüllen offenbar ihren Zweck.
Die Wohnhäuser haben unterschiedlichen Status, sind aber alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Ein großer Raum ruht auf hohen Stelzen. Dieser Raum dient als Küche, Wohn- und Schlafraum für alle Bewohner, die auch aus verschiedenen Generationen stammen können. Unter diesem Raum wird zwischen den Stelzen alles gelagert, was zum Haus gehört. Hier steht auch ein Tisch zum Essen, wenn es das Wetter erlaubt. Diese Bauweise schützt die Menschen von ungebetenen Tieren und der durchstreifende Wind bringt im Sommer angenehme Kühle.
Die Menschen waren sehr freundlich und immer beschäftigt. Es gibt neben der Arbeit in den Reisfeldern aus außerhalb davon viel zu tun.
Während wir durch einen Ort gingen, kamen wir an einer Schule vorbei, aus der gerade eine Schar von Schülern stürmte. Sie wurden entweder von einem Elternteil mit einem Scooter abgeholt, fuhren selbst mit ihrem eigenen nach Hause oder gingen klassisch zu Fuß. Viele Kinder grüßten von ihren Vehikeln herunter und manch blieben stehen, um ihre Englischkenntnisse auszuprobieren.
Immer wieder kamen war an Reisfeldern vorbei, deren Anordnung uns immer wieder beeindruckte. Frauen waren damit beschäftigt Gras aus den Feldern zu entfernen, Schnecken einzusammeln oder mit einem Stock Löcher in den Schlamm zu stechen, damit dieser ordentlich mit Sauerstoff versorgt wird.
Nach über zwei Stunden und acht Kilometern wartete wieder unser Auto auf uns. Wir fuhren eine gute Stunde bis wir zum ‚Heiligen Fischbach Cam Luong‘ kamen. Dieser Bach ist 150 Meter lang und drei Meter breit. In ihm leben hunderte ‚Gioc-Fische (Chinesische Phönixbarbe)‘, die bis zu 30 Kilogramm schwer werden können. Die Tiere können hier ungehindert leben und wachsen, denn die Menschen hier glauben, dass sie Götterfische sind und sie werden weder gefangen noch gegessen.
Am Abend schwimmen die Fische in eine Berghöhle, um diese am Morgen wieder zu verlassen und wieder im Bach herumzuschwimmen. Obwohl die Fischdichte hier sehr hoch ist, riecht es hier nicht nach Fisch und auch das Wasser ist sehr klar. Die Tiere könnten auch den Bach hinunter und in den angrenzenden Fluss schwimmen, aber sie ziehen es vor in ihrem Bach zu bleiben. Einheimische versuchen immer wieder die Fische zu streicheln, um das Göttliche der Tiere auf sich selbst zu übertragen.
In einem nahegelegenen Ort ‚Thach Thanh‘ haben wir dann zu Mittag gegessen. Diesmal war es nicht so üppig und gut, wie wir es bisher gewohnt waren. Aber es war ok.
Kurz vor unserem Ziel ‚Ninh Binh‘ hielten wir noch an einem Atelier einer Künstlerin. Sie unterwies uns in der Kunst des Stickens und wir konnten ein eigenes ‚Kunstwerk‘ sticken.
Gegen 17:00 kamen wir dann in ‚Ninh Binh‘ an und bezogen unser neues Homestay 'VanLongFamilyHomestay'. Die redselige junge Hausfrau zeigte uns unser Zimmer und wir waren sehr zufrieden. Ein großes Zimmer mit weichen Betten, dazu noch Bad/WC und eine Klimaanlage.
Um 19:00 wurden wir zum Abendessen gerufen und das war sensationell. Neben Reis, Frühlingsrollen, pikantem Salat, Fisolensalat, Shrimps süß-sauer gab es ein außergewöhnliches Schweinefleisch. Das Fleisch war zart und weich und schmeckte, wie auch der Saft so gut wie zu Hause. Dazu gab es kleine braune Eier. Ein Hochgenuss.
Unsere heutige komplette Tagestour:
2024-03-14 - Tour Tag-5v5 – von Ninh Binh nach Hanoi
In den weichen Betten hatten wir wunderbar geschlafen, als uns eine grelle weibliche Stimme, die aus einem Lautsprecher schallte und uns um 6:15h aus den Träumen riss. Gute fünf Minuten quakte sie dahin, bis sie endlich aufhörte und wir dann noch einmal eingeschlafen sind.
Unsere Hausfrau hatte ein ausreichendes Frühstück mit Spiegelei, Palatschinken, Ananas und Drachenfrucht vorbereitet. Wir hatten schon vorher alle gepackt, da wir leider nur eine Nacht hier waren.
Unser Guide kam etwas vor 09:00 um mit uns die Tagestour zu beginnen. Das Gepäck konnten wir noch im Quartier lassen. Wir schwangen uns auf die schon etwas älteren Räder und ab ging es zu einer kleinen Radtour. Es war bewölkt und es herrschte ganz feiner Nieselregen. Vom Guide bekamen wir Regencapes gekauft, die Edith verwendete, Franz aber nicht.
Wir fuhren entlang eines Dammes, der das Gebiet in zwei Teile teilt. Dieser Damm und ein dazugehöriges Schleusen und Drainagensystem steuern den Wasseraustausch zwischen den Reisfeldern auf der einen und dem Feuchtgebiet des ‚Van Long Nature Reserve‘ auf der anderen Seite.
Das Feuchtgebiet dient den Menschen als Fischfanggebiet und Büffel kommen hier gerne zum Trinken und Relaxen her.
Nach einer guten halben Stunde verließen wir den Damm und bogen ab, um den ‚De Thung La‘-Tempel zu besuchen. Über 50 Stufen hinauf und dann wieder hinab erreicht man das fantasievoll gestaltete Tempelgelände.
Der Tempel selbst ist prachtvoll ausgestaltet. Hier werden ‚Mutter Erde‘ und ‚Vater Himmel‘ besonders verehrt. Auch für die fünf vietnamesischen Himmelsrichtungen, Nord, Süd, Mitte, Ost und West gibt es hier Götter. Die Pilger bringen als Opfergaben Speisen und Getränke, die sie a den Altären ablegen.
Im Tempel gibt es sehr musikalische Angestellte (nicht Mönche). Einer davon gab uns ein kleines Konzert, wobei er auf verschiedensten historischen Instrumenten spielte.
Anschließend ging es wieder durch das Nieselwetter zurück in unser Quartier, wo schon unser Fahrer auf uns wartete.
Der Fahrer brachte uns wieder an eine bestimmte Stelle des Dammes am ‚Van Long Nature Reserve‘, an dem viele Boote angelegt hatten. In vielen dieser kleinen, eigentlich für den Fischfang gedachten Boote, saßen je eine alte Frau bzw. ein alter Mann und warteten auf Kundschaft. Unser Guide hatte inzwischen Eintrittskarten gekauft, zeigte diese vor und setzte uns zu der anscheinend ältesten Frau ins Boot. Die nahm ihre zwei Ruder und los ging die Fahrt.
Auf von Pflanzen freigehaltenen Wasserstraßen ging es durch das Wetland, vorbei an Blumen, Pflanzen, Bäumen, Vögeln und seltsamen Steingebilden.
In einem der Hügel gab es eine Höhle, in die man ein Stück hineinfahren konnte. Dabei mussten wir gelegentlich den Kopf einziehen, um uns nicht an der Höhlendecke zu stoßen.
Über eine Stunde waren wir unterwegs. Wir bedauerten zwar die alte Frau, welche uns die ganze Zeit rudern musste. Leider waren keine weiteren Ruder im Boot, um ihr zu helfen.
An der Anlegestelle warteten wieder Guide und Fahrer und brachten uns wieder zurück in unser Quartier. Von dem vielen Nieselregen waren wir, trotz Regenschutz, komplett durchnässt. Die Hausfrau machte uns dann ein tolles Angebot. Sie stellte uns nochmals ein Zimmer zur Verfügung in dem wir uns Duschen und Umziehen konnten. Wir nahmen dieses Angebot gerne an und fühlten und geduscht und neu eingekleidet wesentlich besser, als wenn wir dies nicht tun hätten können. Wir bedankten uns überschwänglich und verabschiedeten uns dann endgültig.
Gute zwei Stunden dauerte dann die Fahrt von ‚Ninh Binh‘ zurück nach Hanoi in das ‚Babylon Premium‘-Hotel in dem wir schon vor dieser Tour gewohnt hatten. Damit war dieser fünftägige Ausflug endgültig Geschichte. Wir werden aber immer wieder gerne daran zurückdenken, da es uns trotz des nicht optimalen Wetters sehr gut gefallen hat.
In Hotel bekamen wir wieder das gleiche Zimmer nur diesmal nicht im dritten, sondern im fünften Stock. Wir konnten ein wenig relaxen und machten uns dann auf, um Abend zu essen. Das Hotel hatte uns einige Restaurants vorgeschlagen und wir wählten diesmal das ‚Met Restaurant‘ aus. Edith wählte ‚Chicken mit Cashew-Nüssen‘, während sich Franz ‚gegrilltes Huhn im Bambusrohr‘ aussuchte. Beide Speisen schmeckten ganz gut, aber wir haben bisher meist Speisen gegessen die besser geschmeckt haben und deren Portionsgröße wesentlich größer war. Deshalb genehmigten wir uns als Nachspeise Schokoladepalatschinken mit Ananas bzw. Bananen.
Unsere heutige komplette Tagestour:
2024-03-15 - Hanoi – Gefängnis, Konfuzius und Ho Chi Minh
In den Superbetten unseres Hotels ‚Babylon Premium‘ hatten wir ausgezeichnet geschlafen. Aber leider nicht so lang wie unsere Körper es eigentlich brauchen würden. Doch wir sind auf Reisen und da kommt manchmal das Schlafen etwas zu kurz.
Um 8:30 marschierten wir schon wieder los, um einiges in der Stadt zu besichtigen. Der erste Weg führte durch den morgendlichen Verkehr und Verzehr ins Gefängnis.
Das ‚Hoa Lo‘(glühender Ofen)-Gefängnis wurde 1904 von den Franzosen erbaut. Sie ließen ein ganzes Dorf schleifen und die Einwohner umsiedeln, damit sie dort die vietnamesischen Widerstandkämpfer einsperren, foltern und exekutieren konnten. Die Gefangenen wurden in Massenzellen mit nur einem WC bzw. Einzelzellen ohne Licht und WC inhaftiert.
Während des ‚Vietnamkrieges‘ wurden in diesem Gefängnis abgeschossene amerikanische Piloten untergebracht, welche das Gefängnis ‚Hanoi Hilton‘ nannten. Es gab zwei berühmte gefangenen amerikanische Piloten hier. ‚JosefKittinger‘, der 1960 im Rahmen des ‚Projektes Excelsior‘ mit einem Fallschirm aus der Stratosphäre sprang und 2012 war er leitender Berater beim Stratosphärensprung von ‚Felix Baumgartner‘ im Zuge des ‚Red Bull Stratos‘-Projektes.
Der bekannteste Inhaftierte war jedoch ‚John SidneyMcCain III‘. Der ehemalige amerikanische Senator und Präsidentschaftskandidat wurde 1967 angeschossen und überlebte mit etlichen Brüchen und anderen schweren Verletzungen knapp den Absturz. Er wurde gefangengenommen, in ‚Hoa Lo‘ inhaftiert, mehrfach gefoltert und erst nach sechs Jahren freigelassen. Von diesen Ereignissen sind in der Gefängnisausstellung Bilder zu sehen.
Weiter ging es zum ‚Literaturtempel‘. Die sich über fünf Innenhöfe erstreckende Anlage ist nicht nur das Hauptheiligtum Vietnams, sondern war auch die erste Akademie des Landes, in dem die Oberschicht unterrichtet wurde.
Besonders verehrt wird hier der chinesische Philosoph ‚Konfuzius‘. Ihm und seinen Nachfolgern bzw. Schülern sind hier etliche Altäre gewidmet.
Unser nächstes Ziel war die ‚Zitadelle Thang Long‘. Sie war der Kaiserhof mehrerer vietnamesischer Kaiser-Dynastien. Die schon in die Jahre gekommene riesige Anlage wird nun teilweise renoviert, um sie wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.
Auf dem Gelände der Zitadelle war während des Vietnamkrieges auch das Hauptquartier der ‚Nordvietnamesischen Volksarmee‘. Noch heute sind die ober- und unterirdischen Kommandoräume gut erhalten.
Als nächstes besuchten wir den ‚Präsidentenpalast‘. Er wurde von 1900 bis 1906 erbaut um den französischen Generalgouverneur für Indochina als Residenz zu dienen. Heute dient es der vietnamesischen Regierung als Sitzungsort.
Wenig Schritte von ‚Präsidentenpalast‘ entfernt liegt des ‚Ho Chi Minh-Mausoleum‘. Es wurde 1973 bis 1975 erbaut und ist die letzte Ruhestätte des vietnamesischen Revolutionsführers und Präsidenten ‚Ho Chi Minh‘.
Wir hatten das Glück, eine wenig spektakuläre Wachablöse sehen zu können.
Hinter dem Mausoleum liegt die ‚Einsäulenpagode‘. 1049 wurde eine drei Meter langer Holztempel auf einem Baumstamm erbaut. Der Stamm verfaulte mit den Jahren und wurde 1954 durch einen Betonpfeiler ersetzt.
Ein Stück davon entfernt liegen die ehemaligen Wohn- und Arbeitsräume von ‚Ho Chi Minh‘. Die Gebäude sind renoviert und zeigen wie der damalige Präsident gewohnt und gearbeitet hat.
Doch lange hielt es ‚Ho Chi Minh‘ hier nicht aus. Er zog sich lieber auf sein in de Nähe liegendes ‚Stelzenhaus‘ zurück. Dort waren alle Räume die er benötigte nah beisammen.
Wir waren nun gute 15 Kilometer marschiert, hatten nur eine kurze Pause zwischendurch gemacht und beschlossen, die drei Kilometer bis zu unserem Hotel mit dem Taxi, das uns schlussendlich 1,30€ kostete, zurückzulegen.
Den Tag ließen wir bei einem Inder mit einem guten Essen ausklingen.
Unsere heutige komplette Tagestour:
2024-03-16 - Ha Long Tour 1v2
Heute mussten wir wieder packen und etwas früher aufstehen, da wir um 07:50 für unsere zweitägige Tour in die ‚Ha Long‘-Bucht abgeholt werden sollten. Das Hauptgepäck ließen wir wieder im Hotel zurück, da wir nach der Tour hier nochmals übernachten werden.
Als wir nach 08:00 noch immer nicht abgeholt waren, rief ein freundlicher Hotelpage für uns bei der Agentur an um zu Fragen ob und wann wir angeholt werden. Kaum hatte er aufgelegt, stand der Guide auch schon bei uns und verfrachtete uns in einen Kleinbus. Dort saßen schon sechs Kanadier, vier Franzosen und zwei Deutsche mit denen wir nun gemeinsam die Fahrt nach ‚HaLong‘ starteten.
Drei Stunden, 170 Kilometer und eine dreißigminütige Pause später kamen wir im Hafen von ‚Ha Long‘ an. Am Hafenterminal herrschte das gleiche geschäftige Treiben wie in Hanoi. Die Eingangshalle war mit Menschen überfüllt, es gab keine Sitzplätze, unzählige Reisegruppen drängten zur oder kamen von der Bootsanlegestelle.
Unser Guide parkte unsere Gruppe in der Halle, um unser Boot und den dazugehörigen Kapitän zu suchen. Nach einiger Zeit kam er zurück, um uns und weitere zwölf Franzosen zu dem ihm zugewiesenen Boot inklusive Kapitän zu bringen.
Wir drängten uns durch den Touristenstrom und wurden zu einem Zugringerboot gebracht, wo wir in zwei Gruppen verladen und zu unserem Hauptboot gebracht wurden.
Leider hatte sich das Wetter seit gestern nicht geändert. Es herrschte noch immer dichter Nebel, die Sicht massiv behinderte.
Nach ein paar Minuten Fahrt kamen wir bei unserem Schiff ‚QN-5686‘ der ‚Renea Cruises‘ an und konnten nach einem kurzen Briefing unser Zimmer beziehen. Es ist sauber, aber nicht sehr groß. Allerdings hat es eine eigene Dusche/WC und sogar einen kleinen Balkon.
Kaum waren wir abgefahren, gab es auch schon das Mittagessen. Da wir auf einem Schiff waren, war das Essen auch sehr Meeresfrüchte lastig. Nach einer Suppe gab es Fischpastete in Krebsschale, Riesenschrimps, Tintenfischsalat und Hühnercurry mit Kartoffeln. Alles schmeckte gut, das Curry aber sehr gut.
Nach dem Essen war es Zeit für die ersten Bilder aus der ‚HaLong Bucht‘. Beeindruckend wir die einzelnen Felsen im Meer herumstehen. Hier fehlt eindeutig die Sonnen, um die Szenerie noch eindrucksvoller zu machen. Aber wir sind zufrieden und freuen uns darüber überhaupt hier sein zu können.
Gegen 15:00 trafen wir in der ‚Bai Tu Long‘-Bucht ein. Hier ankerten wir und es standen uns drei Möglichkeiten zu Verfügung: Kajaken, schwimmen oder relaxen. Witterungsbedingt wählten wir die dritte Option.
Vor dem Abendessen gab es noch vom Chefkoch eine Demonstration seiner künstlerischen Fähigkeiten. Geschickt schnitzte er aus Gemüse einen wunderbaren Blumenstrauß.
2024-03-17 - Ha Long Tour 2v2
In der netten, kleinen Kabine hatten wir gut geschlafen und wurden morgens von einem Schiffshorn eines vorbeifahrenden Schiffes geweckt. Der Blick nach draußen versetzte uns nicht gerade in Jubelstimmung. Noch immer war von Sonne oder zumindest einer klareren Sicht keine Spur. Aber auch im dichten Nebel haben diese Berge irgendwie einen Reiz.
Um 7:00 gab es ein kleines Frühstück, um den ersten Hunger des Tages zu stillen.
Leider war noch immer keine Wetterbesserung in Sicht, aber schön langsam wachte die Bucht und die Passagiere auf den in ihr ankernden Schiffe auf, um sich für die nächste Besichtigung vorzubereiten.
Auch wir verließen unser Schiff und wurden von unserem Beiboot zu Stufen gebracht, auf denen schon der rote Teppich ausgerollt war, der uns ins Paradies führen sollte. Oder besser gesagt in die ‚Thien Duong Cave(Paradieshöhle)‘. Allerdings mussten wir zuerst 100 steile Stufen erklimmen, um an den Höhleneingang zu kommen.
Ein kurzer Seitenweg führte zu einem kleinen Strand, an dem man zwar nicht schwimmen darf, der aber gerne für den Start von Kajaktouren genutzt wird.
Nun stiegen wir keuchend und schwitzend den Rest der Stufen hinauf bis zum Eingang, der zwischen einem seltsam wurzelnden Baum steil in die Höhle hinabführt.
In dieser Höhle wohnten früher Fischer. Mit der Zuerkennung des Status ‚Weltkulturerbe‘, wurden, um die Umwelt hier zu schonen, diese Fischer abgesiedelt. Dafür dürfen jetzt Ströme von Touristen die Höhle besuchen.
2010 wurde die Höhle genau untersucht und dabei stellten Forscher fest, dass sie 31 Kilometer lang ist. Viele Stalaktiten und Stalagmiten werden mittels Beleuchtung ins richtige Licht gesetzt.
Anschließend wurden wir wieder zurück auf unser Schiff gebracht, wo uns dann ein Brunch serviert wurde. Wir genossen gebackene Kalamare und Fisch, sowie Rindfleisch.
Mittlerweise hatte sich das Wetter noch mehr verschlechtert. Der Nebel wurde dichter und es fing an leicht zu regnen.
Unser Schiff machte sich auf den Rückweg zum Hafen von ‚Ha Long‘, wo wir gegen 11:30 eintrafen. Hier herrschte wieder reges Treiben und wir mussten etwas warten, bis unser Guide unseren Bus zur Einstiegsstelle lotste.
Nun ging es wieder zurück nach Hanoi in unser ‚BabylonPremium‘-Hotel. Die Fahrt dauerte circa drei Stunden und wir hatten Zeit nachmittags etwas zu relaxen.
Der Trip war nicht schlecht, aber hätte besser sein können. Unser Guide sprach sehr schlecht englisch und konnte die einfachsten Fragen nicht beantworten. Auch die inkludierten Bordaktivitäten koordinierte und moderierte er nur unzulänglich. Aber vielleicht hängt das auch mit dem Wetter zusammen. Vielleich wäre bei Sonnenschein alles anderes gelaufen. Die Kabine war jedenfalls in Ordnung und das Essen ausgezeichnet.
In unserer Gruppe waren fast nur Franzosen, die wenig bis gar nicht englisch Sprachen und so die Kommunikation schwierig gestalteten. Zum Glück waren noch Manuela und Maik aus Erfurt in der Gruppe. Mit ihnen haben wir uns sofort gut verstanden und viel mit ihnen geplaudert. Wir wünschen euch beiden noch viele schönen Reisen!
Zum Abendessen gingen wir wieder ins Restaurant ‚Pho 10Ly Quoc Su‘, wo wir bereits vorigen Freitag gespeist hatten. Diesmal nahmen wir beide die ‚Chin‘-Suppe mit durchgegartem Rindfleisch. Auch diesmal hat es uns sehr gut geschmeckt.
2024-03-18 - von Hanoi nach Hue
Heute hatten wir eine besondere Nacht hinter uns. Erstens war es die letzte von fünf Nächten die wir während drei verschiedenen Aufenthalten im ‚Babylon Premium‘-Hotel verbracht haben und zweitens war es die Kürzeste. Wir mussten heute schon um 2:20 aus den Federn, denn um 3:15 wartete schon das Taxi auf uns, das uns in gut 40 Minuten zum Flughafen brachte.
Auf das Öffnen der Check-In-Schalter mussten wir eine halbe Stunde warten, aber dann ging es schnell durch Check-In und Security-Check. Nun war noch Zeit für ein kleines Frühstück und schon konnten wir in die Maschine.
Als alle Passagiere geboardet hatten, kam die Durchsage, dass sich unser Start witterungsbedingt um eine halbe Stunde verzögern wird. Schlussendlich flogen wir dann über 1:45 Stunden später ab und kamen mit 1:30 Stunden Verspätung in ‚Hue‘ an.
Die Koffer hatten wir schnell zur Hand, dafür dauerte es eine gute halbe Stunde bis wir über ‚Grab‘, das asiatische Uber, ein Taxi bekamen. Wieder eine halbe Stunde später waren wir auch schon vor unserem ‚RosaleenBoutique Hotel‘. Obwohl es erst 10:30 morgens war, war unser Zimmer schon bezugsbereit und wir konnten es gleich beziehen. Im Cafe nebenan gönnten wir uns ein zweites kleines Frühstück.
Das Hotel ist sehr schön, ebenso die Zimmer und wir fühlen uns richtig wohl hier. Es folgte ein kurzes Schläfchen, bevor wir mit der Stadtbesichtigung starteten.
Um 13:30 ging unsere Tour los! Wir gingen quer durch die Stadt über eine Brücke über den ‚Parfüm Fluss‘ (‚Song Huong‘ bzw. ‚Fluss der Wohlgerüche‘) zur ‚Zitadelle von Hue‘.
Die Zitadelle wurde ab 1802 erbaut und erweitert und diente bis 1945 der ‚Nguyen-Dynastie‘ als Herrschaftssitz.
Wie in Peking war auch hier der Wohn- und Regierungssitz des Kaisers eine ‚Verbotene Stadt‘ und wurde von starken Mauern und einem mächtigen Burggraben umgeben.
Während des ‚Vietnam-Krieges‘ verschanzten sich hier die Soldaten des ‚Vietcong‘ und der ‚Nordvietnamesischen Armee‘, weshalb die US-Armee die Zitadelle durch Bombenangriffe fast vollständig zerstörten. Seit 2015 läuft ein umfangreiches Restaurierungsprogramm. Viel ist schön renoviert, aber noch mehr wartet darauf.
Das schönste Gebäude der ganzen Anlage ist der ‚KienTrung Palace‘. Er wurde zwischen 1923 und 1925 erbaut, 1947 zerstört und zwischen 2019 und 2023 wieder rekonstruiert.
Aber nicht nur außen ist dieser Palast sehenswert. Auch im Inneren sind die Raume und die Möbel in einem einzigartig schönen Zustand.
Diese und noch viele andere Gebäude bekamen wir zu sehen und alle waren in ihrer Art einzigartig. Egal ob sie bereits im neuen Licht erschienen oder sehnsüchtig auf ihre Renovierung warteten. Hier könnte man Tage verbringen und immer wieder etwas Neues entdecken.
Kaum zehn Gehminuten von der Zitadelle entfernt, befindet sich der ‚Dong Ba Markt‘. Seit über 100 Jahren werden hier Waren aller Art gehandelt. Es gibt hier nichts, was es nicht gibt. Von Haushaltswaren, über Nahrungsmittel, Bekleidung gibt es hier einfach alles.
Mittlerweile waren wir schon über 12 Stunden und 12 Kilometer auf den Beinen und es beschlich uns eine gewisse Müdigkeit. Wir nahmen uns ein Taxi und ließen uns ins Hotel chauffieren. Gleich um die Ecke erspähten wir ein Restaurant, in dem wir gut gegessen haben. Edith Pizza und Franz Schweinsrippen.
2024-03-19 - Tagestour in die ‚Entmilitarisierte Zone‘
Ganz ausgeschlafen waren wir noch nicht, als um 5:45 der Wecker bimmelte. Aber für 7:30 hatten wir eine Tagestour gebucht und so mussten wir zu dieser frühen Stunde aus den Federn.
Schon vor längerer Zeit hatten wir über ‚GetYourGuide‘ beim Anbieter ‚Connecttravel‘ die ‚DMZ Tour mit Vinh Moc Tunneln und Khe SanBasis‘ gebucht. ‚DMZ steht für DeMilitarizedZone‘ und gemeint ist damit jener Landstreifen entlang des 17. Breitengrades der 1954 eingerichtet wurde und Nord- und Südvietnam trennte.
Pünktlich wurden wir abgeholt. Zusammen mit zehn anderen Touristen aus Vietnam, Schweiz, Deutschland, Holland, England und USA und der Reiseleiterin ‚Hoa‘ (Blume) ging die Fahrt los.
Nach zwei Stunden Fahrt kamen wir in die Stadt ‚Quang Tri‘. Dort fuhren wir zuerst an der katholischen Kirche ‚Long Hung‘ vorbei. Diese Kirche ist eines der wenigen Gebäude, welches in den schweren Kämpfen im Vietnamkrieg 1972 nicht komplett zerstört wurde.
In ‚Quang Tri‘ gibt es auch eine Zitadelle. Auch hier gab es 1972 schwere Kämpfe und durch das schwere Bombardement der USA wurde sie fast vollständig zerstört. Heute befindet sich dort ein großes Kriegerdenkmal, das an die Heldentaten der vietnamesischen Armee und des ganzen Volkes erinnert.
Im dazugehörigen Museum ist ebenfalls eine Gedenkstätte vorhanden, sowie Relikte und Bilder aus den Kriegstagen.
Weitere eineinhalb Stunden Fahrt brachten uns zum ehemaligen US-Marine-Stützpunkt ‚Khe Sanh Combat Base‘. Dieser Stützpunkt wurde nahe der ‚Entmilitarisierten Zone‘ errichtet um das Einsickern der ‚Nordvietnamesischen Armee‘ in den Süden zu verhindern. Während der ‚Tet Offensive‘ Nordvietnams gab es hier schwere Kämpfe. Die US-Armee konnte den Angriff abwehren, gab aber diesen Stützpunkt anschließend auf.
Heute ist auf diesem Gelände ein Museum eingerichtet und man kann hier hautnah damaliges Kriegsgerät ansehen.
Auch ein Labyrinth von Schützengräben inklusive Bunker ist noch vorhanden und zugänglich.
Hier gab es ebenfalls ein Museum mit Darstellung von Alltagsszenen während des Krieges und die dazugehörigen Relikte und Dokumentationen.
In einem Familienbetrieb bekamen wir das im Tourpreis inbegriffene Mittagessen. Und es war reichlich und gut.
Nach dem Essen fuhren wir zur ‚Hien Luong Brücke‘, die über den ‚Ben Hai Fluss‘ führt. Zwischen 1954 und der Wiedervereinigung 1975 war die Brückenmitte die Grenze zwischen Nord- und Südvietnam. Ein Mahnmal und ein Museum erinnern auch hier an die Kämpfe zwischen den beiden Ländern.
Weiter ging es zur letzten Station unserer Tour, den ‚VinhMoc Tunneln‘. Diese Tunnel sind ‚Schutztunnel‘ und keine wie in Südvietnam üblichen ‚Kampftunnel‘. ‚Schutztunnel‘ sind relativ hoch und breit, besitzen keine Fallen und sind nur mäßig bewaffnet. ‚Kampftunnel‘ kann man meist nur kriechend benutzen, haben viele Fallen eingebaut und sind stark bewaffnet und bewacht.
Hier gibt es drei Tunnelebenen. Eine auf 10, eine auf 15 und eine auf 20 Meter Tiefe. Wir konnten Ebene zwei und drei begehen. Wir stiegen den Tunnel Nr. 3 hinab und kamen bei einem Ausgang direkt am Meer wieder ans Tageslicht.
In diesem Tunnelsystem gab es alles. Angefangen von Toilettenanlagen, Besprechungsräume, Schulklassen, Waschräume, Sanitätsräume und sogar eine Geburtenstation. Eine Nische in den Tunnels war jeweils der Lebensraum für eine vierköpfige Familie.
Für den Rückweg nahmen wir einen anderen Tunnel, dessen Stufen steil bergauf führten. So kamen wir total außer Atem und wegen der hohen Luftfeuchtigkeit total verschwitzt am Ausgangspunkt an. Es war sehr interessant, aber wir waren dann doch wieder froh, die Tunnel verlassen zu haben. Schwer vorstellbar, dass man in diesem unterirdischen System monatelang Leben kann, während die Erde durch die gewaltigen Bombeneinschläge vibriert.
Nach zwei Stunden Fahrt hatten wir wieder ‚Hue‘ erreicht und wurden in unseren jeweiligen Hotels abgesetzt. Unsere Reiseleiterin ‚Hoa‘ ist zwar eine kleine und zierliche Person, aber eine Große ihres Berufes. Sie erklärte uns vieles in sehr gutem Englisch und spielte in den Pausen zum Thema passende Musik.
Nach der Ankunft gingen wir gleich in der Nähe unseres Hotels Abendessen und bestellten beide ‚Chicken-Curry‘. Es war nicht schlecht, aber wir haben schon besser gegessen.
2024-03-20 - Hue – Thien Mu Pagode und Khai Dinh Grab
Nach den letzten eher intensiveren Tagen konnten wir heute länger schlafen und stresslos Frühstück essen. Noch dazu regnete es leicht und bei Regen wollten wir auch nicht unbedingt herumgehen.
Gegen 10:00 ging es dann los. Über ‚Grab‘ organisierten wir uns ein Taxi, das uns in 15 Minuten 7 Km weit zur ‚Thien Mu Pagode‘ brachte. Sie ist über 21 Meter hoch und steht auf einer kleinen Anhöhe am Ufer des ‚ParfümFlusses‘.
Man betritt das Pagodengelände an der Seite eines Tempels, zu dem viele gläubige Buddhisten pilgern.
Auf dem Weg zur Pagode passierten wir ein Gebäude, in dem grimmige Wächter den Zugang zur Pagode überwachen.
Die Ursprünge der Pagode gehen ins Jahr 1601 zurück. Im Laufe der Zeit wurde die Pagode und die umliegenden Gebäude immer wieder erweitert.
In kleinen, neben der Pagode stehenden Gebäuden werden die Glocke und die auf einem Stein eingemeißelte Geschichte, der von einer Schildkröte getragen wird, aufbewahrt.
Im Garten der Anlage machten wir einen kleinen Spaziergang und genossen die Ruhe dieses Geländes. Ein wohltuender Gegensatz zu dem lauten und hektischen Treiben in der Stadt.
Wir gingen nun zum Ausgang, mussten dabei allerdings die Regenjacken anziehen, da nun leichter Regen einsetzte. Auf der Straße vor dem Pagodengelände riefen wir über ‚Grab‘ wieder ein Taxi. Diesmal fuhren wir in 17 Minuten 11 Kilometer weit und erreichten dann ein Mausoleum.
Das ‚Khai Dinh Grab‘ ist das bedeutendste Mausoleum in einer langen Reihe von Gräbern in ‚Hue‘. Es wurde von 1920 bis 1931 für Kaiser ‚KhaiDinh‘ erbaut. Um den Bau zu finanzieren mussten die Steuern für Bauern erhöht werden. Dafür war der drogenabhängige Monarch, der auch sehr intensiv mit den französischen Besatzern zusammenarbeitete, bei seinen Untertanen nicht sehr beliebt.
Über zwei steile Treppenanlagen gelangt man zum eigentlichen Mausoleum, in dem eine goldene Nachbildung des Herrschers über dem Grabmal drohnt.
Die gesamte Ausgestaltung der Räume war fantastisch. Uns haben besonders die erhabenen Dekorationen an den Wänden gefallen.
Nach der Besichtigung nutzten wir wieder die ‚Grab‘-App. Das Taxi brachte uns in einer halbstündigen Fahrt die 10 Km zurück ins Hotel. Im nahen Cafe versorgten wir uns mit Kaffee und Croissants und zogen uns auf unser Zimmer zurück, um uns ordentlich auszuruhen.
Abends gingen wir in ein Restaurant um die Ecke und hatten damit eine sehr gute Wahl getroffen. Ediths ‚Springrolls‘ schmeckten ebenso ausgezeichnet wie die ‚Hühnerspieße‘ von Franz. Beides spülten wir mit einem extragroßen Bier (640ml) sowie einem Cola hinunter.
2024-03-21 - von Hue nach Hoi An
Da wir heute schon wieder um 7:30 für die nächste Tour bereit sein mussten, klingelte der Wecker dementsprechend früh. Wir packten wieder einmal unsere Siebensachen, ließen uns aber für ein ordentliches Frühstück genügend Zeit. Danach holten wir unsere Sachen aus dem Zimmer und wurden via Hotelscreen auch noch persönlich verabschiedet.
Als wir noch zu Hause waren, hatten wir über ‚GetYourGuide‘ beim Anbieter ‚Connecttravel‘ die Tour ‚Hue nach Hoi An offene Tourdurch Amazing way‘ gebucht. Wir suchten nämlich einen Transport von ‚Hue‘ nach ‚Hoi An‘. Unter den vielen Möglichkeiten suchten wir diese Tour aus, da sie in Kleingruppen durchgeführt wird und an interessanten Stellen einen kurzen Besichtigungsstopp einlegt.
Kurz vor 08:00 wurden wir vom Hotel abgeholt. Wir waren sieben Touristen (ein Pärchen aus Australien, Mutter und Tochter aus Tschechien, sowie eine vietnamesischstämmige Kanadierin) welche die Tour aufnahmen. Als Guide fungierte eine junge Frau namens namens ‚Thuy‘, die ein schönes Englisch ohne vietnamesischen Akzent sprach. Gelernt hatte sie dies deshalb, da sie seit ihrer frühesten Kindheit im Fernsehen nur ‚Disney Chanel‘ geschaut hatte.
Nun ging es los und wir legten folgende Stopps ein bis wir ‚Hoi An‘ erreichten:
‚Der Verlorene Turm Von Hue‘:
Dieser vom Volke der ‚Campa‘, deren Nachkommen heute über die ganze Welt verstreut sind, vor über tausend Jahren erbaute Turm wurde erst 2001 unter einer meterhohen Sanddüne entdeckt. Er wurde aus Ziegel, aber ohne Mörtel erbaut. Die Ziegel wurden jedoch nicht komplett gebrannt und dann mit ihnen gebaut, sondern sie wurden nur halbfertig gebrannt, dann verbaut und anschließend im endverbauten Zustand fertiggebrannt.
‚An Bang Cemetery‘ auch ‚City of Ghosts‘:
Hier stehen viele wunderschöne Gebäude, die sich ihre Besitzer bzw. ganze Familien viel Geld kosten ließen bzw. lassen. Für die schönsten/größten Gebäude wurden um die 100.000 US-Dollar ausgegeben. Dabei gibt es auf dem ganzen Areal kein einziges Geschäft etc. und man kann die Gebäude nur liegend benutzen. Es ist nämlich ein Friedhof. Aber was für einer. Ein Grabmal schöner als das andere. Bezahlt werden diese Summen von jenen Vietnamesen, die in den 1960ern von hier aus ausgewandert sind und zu einem gewissen Reichtum gekommen sind.
Diese Lagune erstreckt sich neben dem der ‚Bach Ma Bergkette‘ und ist bei Touristen als Fotohotspot sehr beliebt.
‚Hai Van Pass‘:
Der Pass liegt in einer Höhe von 496 Metern, führt über die Ausläufer der ‚Truong-Son-Berge‘ und ist die natürliche Grenze und Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam. Da der Pass oft in Wolken gehüllt ist, wird er auch ‚Wolkenpass‘ genannt. Von der Passhöhe hat man einen guten Rundblick auf die Halbinsel ‚Son Tra‘, die Passstraße und die Bucht vor ‚Da Nang‘ bzw. auf die Stadt selbst. Auf der Passhöhe selbst gibt es noch Ruinen von französischen bzw. amerikanischen Bunkern.
Wir fuhren durch diese Stadt nur hindurch, konnten dabei aber die spektakuläre ‚Drachenbrücke‘ sehen. Sie speit am Abend jeden Samstag und Sonntag zuerst Feuer und anschließend Wasser.
‚Marmorberge‘:
Der ‚Marmorberg‘ besteht aus fünf Marmor- und Kalksteinhügeln, die nach den fünf Elementen benannt sind. Ab Fuß des Berges gibt es viele Geschäfte, die ihre Waren aus Marmor anbieten.
Mit dem Lift fuhren wir auf den Berg hinauf, wo wir dann über unzählige Stufen einige Tempel bestaunen konnten.
Tempel wurden aber nicht nur künstlich errichtet. Viele die hier im Berg vorhandenen Höhlen werden als Tempel genutzt und entsprechend ausgestaltet.
‚Riverside White House Hotel‘:
Das war der letzte Punkt dieser schönen und informativen Tour. Im Hotel wurden wir sehr freundlich empfangen und gleich intensiv mit den Ausflugsmöglichkeiten in ‚Hoi An‘ bekanntgemacht. Anschließend konnten wir das sehr großzügig angelegte Zimmer beziehen. Wir haben sogar einen kleinen Balkon mit direktem Blick auf den Fluß.
Ab Abend gingen wir den lichtgeschmückten Ufer entlang bis zum Restaurant ‚Phan Gia‘ wo wir direkt am Fluss ein eher mittelmäßiges Abendessen bekamen. Edith ‚Hühner-Nudel-Gemüse-Teller‘, Franz ‚Spieß mit Rindfleisch und Reis‘.
Zum Tagesabschluss machten wir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch die Altstadt von ‚Hoi An‘. Hunderte Boote fahren auf dem Fluss umher, genauso viele Geschäfte und Lokale säumen das Flussufer.
2024-03-22 - Hoi An: Basket Boat und Memories Show
In unserem großen Zimmer und großen Betten hatten wir sehr gut geschlafen, obwohl wir beim Einschlafen einigermaßen laut von Bob Marley beschallt wurden. Zum Frühstück aßen wir unter anderem das fluffigste Omelette, dass wir je gegessen hatten.
Um 09:00 wurden wir vom Fahrer eines Touroperateurs für unsere ‚Basket Boat‘-Tour abgeholt und zu den Kanälen des ‚Bay Mau Coconut Forest‘ gebracht und zur Bootsanlegestelle gebracht. Dort herrschte schon reges Treiben. Am Rande des Kokosnusswaldes warteten schon viele Bootsführer mit ihren eigenartigen Booten. Diese sind rund, klein, wendig und komplett aus Bambus hergestellt. Sie dienen noch heute den Einheimischen dazu, sich rasch, einfach und günstig in den Kanälen zu bewegen.
Gegen 18:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg. An der Hotelrezeption hatten wir einige Trips gebucht, wobei eine davon die ‚HoiAn Memories Show‘ war.
Das Gelände der Show ist kaum fünf Gehminuten von unserem Hotel entfernt und wir konnten dabei wieder dem Treiben auf dem Fluss zusehen.
Auf der Strecke zwischen Hotel und Showgelände liegt auch die ‚Mondlicht Brücke‘. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit man sie sieht, es ist immer ein Erlebnis die Architektur und das Lichtspiel der Brücke zu beobachten.
Das Areal ist riesig, lädt ein etwas zu flanieren und die durch hunderte Lichter erzeugte Stimmung zu genießen.
Vor der eigentlichen Veranstaltung um 20:00 Uhr gab es auf diversen kleineren Plätzen kurze Auftritte verschiedener Theatergruppen, die uns mit ihren Darbietungen zum Staunen brachten.
Um 20:00 Uhr begann dann die große Show. Mindestens 150 Schauspieler traten während der einstündigen Veranstaltung auf. Sie tanzten und sangen, immer in ein geeignetes Licht gehüllt auf dieser riesigen Bühne. Dabei erzählten sie eine Liebesgeschichte in mehreren Episoden.
Unsere heutige komplette Tagestour:
2024-03-23 - My Son Temple und Altstadt von Hoi An
Heute war es noch dunkel, als wir aus den Federn mussten. Bereits um 5:40 wurden wir von einem Tourguide abgeholt. Gemeinsam mit acht anderen Touristen fuhren wir über eine Stunde bis wir unser Ziel erreichten, die ‚My Son Tempelstadt‘.
Ab dem dritten Jahrhundert entstand hier die 'Cham-Kultur', die stark von der indischen Kultur beeinflusst war, insbesondere von deren hinduistischer Glaubensvorstellungen. Dies kommt auch auf den Darstellungen der Tempel oft zum Ausdruck.
Das Volk de Cham hat hier in einem riesigen Tal ungefähr 70 Tempelanlagen errichtet.
Während des Vietnamkrieges verschanzte sich hier der Vietcong massiv, worauf sie noch massiver von den Amerikanern aus der Luft angegriffen wurden. Während der Kämpfe wurden 50 der 70 Tempel zerstört. Bombenfunde, Bombentrichter, sowie Einschusslöcher an den Wänden zeugen noch heute davon. Die großen Löcher stammen von Hubschrauberkanonen, die kleinen Löcher wurden von Gewehrkugeln verursacht.
Seit Jahren wird mit Hilfe der UNESCO, sowie mit Hilfe diverser Staaten ein Wiederaufbauprogramm durchgeführt. Viel Arbeit liegt noch vor ihnen.
Nach zwei Stunden Besichtigung fuhren wir in die nahe Stadt ‚Duy Xuye‘ wo wir in einem kleinen Lokal ein Sandwich und Orangensaft als spätes Frühstück bekamen. Anschließend ging es zurück nach Hoi An, wo wir gegen 11:00 Uhr eintrafen.
Müde und verschwitzt, es hat hier tagsüber ca. 30 Grad und 92% Luftfeuchtigkeit, zogen wir uns in unser Zimmer zurück, um etwas vom verpassten schlaf nachzuholen.
Gegen 15:00 gingen wir aber schon wieder los, um die Altstadt bei Tag zu erkunden. Die Altstadt ist eine Fundgrube für allerlei Dinge, egal ob es
- Gebäude sind, oder
- ein Markt ist, oder
- ungewöhnliche Dinge sind, oder
- ob es die Menschen sind, oder
- das Leben am Fluss.
Für 18:00 hatten wir eine Veranstaltung gebucht. Im ‚HoiAn Lune Center for the Performing Art‘ haben wir uns eine Vorstellung des ‚Bamboo Circus‘ angesehen. Unvorstellbar, was die ca. dreissigköpfige Künstlergruppe den Zuschauern bot. Akrobatik, traditionelle Musik, jonglieren, trommeln, tanzen und das alles mit Geräten und Instrumenten aus Bambus. Leider waren keine Kameras erlaubt und dies wurde auch streng kontrolliert. Nur nach der Show waren Aufnahmen erlaubt.
Auf dem Nachhauseweg gingen wir wieder ein großes Stück dem Fluss entlang. Hier konnten wir ein richtiges Lampionsinferno miterleben. Vor lauter Booten sah man kaum das Wasser des Flusses und überall drängten sich Massen von Menschen. Aber irgendwie waren die Lampionsboote schon faszinierend schön.
Wie schon vorgestern beschlossen wir den Abend mit einem guten Abendessen im nahe dem Hotel liegenden Restaurant ‚Phan Gia‘. Edith wählte ‚Frühlingsrollen‘ und Franz bestellte ‚Hühnercurry‘. Beides wurde mit einem lokalen Bier hinuntergespült.
2024-03-24 - Goldene Brücke / Ba Na Hills
Auch für heute hatten wir wieder einen Tripp gebucht. Diesmal war die Abholzeit erst 8:15, sodass wir nicht gar so zeitig aufstehen mussten und auch noch in Ruhe frühstücken konnten.
Diesmal war unser Ziel die ‚Goldene Brücke‘ in den ‚Ba NaHills‘ in der Nähe von ‚Da Nang‘. Französische Besatzer errichteten im ‚Truong Son Gebirge‘ ab 1919 ein Erholungsgebiet, das seither immer wieder ausgebaut wird.
Nach einer Stunde Autofahrt erreichten wir unser Ziel gegen 9:30. Wir hatten jetzt bis16:00 Zeit das Areal auf eigene Faust zu erkunden. In der Talstation erwartete uns ein riesiger Komplex, von dem aus die Besuchermassen gesteuert werden.
Von hier gehen vier Seilbahnen parallel zueinander hinauf zu den ‚Ba Na Hills‘. Von der Eingangshalle bis zu der uns zugewiesenen Seilbahn gingen wir durch schöne Bauten fast eine halbe Stunde und benutzten dabei ungefähr zehn Rolltreppen. In der Seilbahn selbst fühlten wir uns nicht nur sicher, sondern ein auch ein wenig zu Hause. Schließlich wurden alle Seilbahnen hier von der Vorarlberger Firma ‚Doppelmayr‘ erbaut.
Die Seilbahnen überwinden drei Berge und Täler bis sie endlich nach ca. fünf Km und 15-minütiger Fahrt auf den ‚Ba Na Hill‘ ankommen. Wir landeten mit unserer Seilbahn im ‚French-Village‘ und fühlten uns gleich mitten nach Frankreich in eine mittelalterliche Stadt versetzt.
Wir wollten aber zuerst die ‚Goldene Brücke‘ sehen. Allerdings liegt diese, durch ein tiefes Tal getrennt, auf dem nächsten Hügel. Aber das ist kein Problem. Auch hier gibt es von ‚Doppelmayr‘ eine Seilbahn. Die brachte uns in kurzer Fahrt zu unserem Ziel. Dabei konnten wir eine der ‚Lombard Street‘ in ‚San Francisco‘ nachempfundene Straße und Steinskulpturen ähnlich wie auf dem ‚Mount Rushmore‘ sehen.
Die ‚Goldene Brücke‘ ist 150 lang, wurde erst im Juni 2018 eröffnet und ist seither de Hauptanziehungspunkt hier auf den ‚Ba Na Hills‘. Spektakulär ist nicht nur die Aussicht, sondern auf die beiden Hände, auf denen die Brücke zu ruhen scheint.
Anschließend ließen wir uns durch das ‚French Village‘ treiben und genossen die einzigartige Architektur.
Wir besuchten eines der riesigen Schlösser und fanden in dessen Inneren eine weitere Attraktion, dass ‚Flying Eyes Theater‘. Gemeinsam mit 18 anderen Besuchern saßen wir in einem speziellen Wagen. Dieser wurde bei Veranstaltungsbeginn nach vorne auf eine kleine mobile Plattform unmittelbar vor eine riesige Leinwand befördert. Dann startete ein 3D-Film und die Plattform rüttelte dazu Wagen und Besucher entsprechend durch. Wir flogen durch ein Gewitter, inklusive massiven Turbulenzen und Regentropen. Wir plantschten ins Wasser, um mit Delphinen zu schwimmen, flogen über San Francisco, Dubai, New York, Sydney und einigen anderen Städten. Immer wurden wir durchgerüttelt und mit entsprechender Luftströmung erhielten war das Gefühl, das Gesehene wirklich zu erleben. Leider war nach zehn Minuten Schluss mit dem Genuss.
Schön langsam machten wir uns wieder auf den langen Weg zurück zur Talstation, wo wir nach einer kurzen Kaffeepause wieder in unseren Bus stiegen und nach weiteren eineinviertel Stunden, gegen 16: 45 waren wir wieder zurück in ‚Hoi An‘ bei unserem Hotel.
In der Nähe gab es ein indisches Restaurant, in dem wir ein spätes Mittagessen bzw. frühes Abendessen zu uns nahmen. Edith genehmigte sich sein ‚Rotes Linsen Dal‘, dass sie mit ‚Zero Spice‘ bestellte. Trotzdem hat das Gericht im Mund gebrannt wie die Hölle, war aber doch genießbar. Das sehr gute ‚Nan-Bread‘ nahm doch etwas von der Schärfe. Franz bestellte ‚Mild Garlic Chicken‘. Obwohl auf der Gewürzskala eine Stufe höher, war es nicht so scharf wie Edith’s Essen und schmeckte ausgezeichnet.
Unsere heutige komplette Tagestour:
2024-03-25 - von Hoi An nach Ho Chi Minh Stadt (Saigon)
Heute war wieder Reisetag. Und zwar ein ganz entspannter. Wir konnten uns morgens ausschlafen und ausgiebig frühstücken. Unser Flug von ‚Da Nang‘, der Nachbarstadt von ‚Hoi An‘ war für 13:05 geplant, während des Frühstücks wurden wir verständigt, dass die Flugzeit auf 14:15 geändert wurde.
Wir verschoben die Taxi-Abholzeit um eine Stunde, wurden um 10:40 abgeholt und in 45 Minuten die 30 Km von ‚Hoi An‘ zum Flughafen von ‚Da Nang‘ chauffiert. An den Check-In-Schaltern bei ‚VietJet-Air‘ herrschte schon Hochbetrieb, aber nach einer Viertelstunde waren wir an der Reihe. Vorerst schien alles ok, bis die Dame am Check-In unser Handgepäck abwog. Pro Person sind sieben Kilogramm erlaubt, aber Edith hatte über fünf Kilo und Franz gute zehn Kilogramm. Jetzt wollte sie von uns Übergepäckgebühr kassieren. Aber nicht mit uns. Schließlich haben wir auch die bekannte Niki-Lauda-Werbung gesehen. Wir öffneten den Rucksack, hängten uns beide Kameras um den Hals, nahmen die Laptoptasche in die Hand und ließen das Gepäckstück nachmals abwiegen. Nun hatten wir beide je fünf Kilogramm und die Check-In-Dame war zufrieden. Wir schnappten unsere Boardingpässe, drehten uns um, gingen um die Ecke und packten wieder alles so ein, wie es vorher war.
Nun hatten wir gut zwei Stunden bis zum boarden. Mit Kaffee, Cola, lesen und spielen am Handy vertrieben wir uns die Zeit. Endlich war es 13:45 und wir waren bereit zum Boarden. Aber das Flugzeug war noch nicht da. Erst zwei Stunden später kam es an. Insgesamt starteten wir erst zweieinhalb Stunden nach der geplanten Startzeit.
Service an Bord gab es keines, nicht einmal eine Flasche Wasser. Dafür einen ruhigen Flug mit interessanten Wolkengebilden.
Die Stunde Flugzeit ging schnell vorbei. Kaum waren wir richtig in der Luft, begann auch schon wieder der Landeanflug. Geplant war eine Flugzeit von 1:30, aber schon nach knapp über einer Stunde setzte der Pilot die Maschine am Flughafen von ‚Saigon‘ auf. So blieb es insgesamt bei einer Verspätung von zwei Stunden.
Am Gepäckband warteten wir über 20 Minuten bis beide Koffer angefahren kamen. Dann ging es hinaus vor die Ankunftshalle. Hunderte Menschen suchten nach einem Auto, dass sie irgendwohin bringen sollte. Wir mussten uns auch ein Taxi besorgen. Wieder verwendeten wir die ‚Grab‘-App. Allerdings dürfen diese Taxis nur an einer bestimmten Straße zufahren. Wir irrten einige Zeit auf dem Gelände herum, bis wir den ‚Grab-Taxi-Abholplatz‘ fanden. Via App bestellten wir das Taxi, mussten aber verkehrsbedingt gute zehn Minuten warten, bis es uns aufnahm.
Mittlerweile war es schon ca. 18:00 geworden und der abendliche Verkehr hatte voll eingesetzt. Für acht Kilometer vom Flughafen bis in unser Hotel brauchten wir fast eineinviertel Stunden.
In unserem ‚Eden Star Saigon Hotel‘ wurden wir freundlich mit einem Willkommensdrink und Trockenfrüchten begrüßt. Das Zimmer ist sehr groß, sauber und komfortabel.
Unsere Flugroute von 'Da Nang' nach 'Ho Chi Minh Stadt (Saigon)'
2024-03-26 - Ho Chi Minh Stadt / Saigon – Sightseeing
Nachdem wir gestern erst spät nach ‚Saigon‘ gekommen sind, konnten wir nichts mehr von der Stadt sehen. Nach einer guten Nacht und einem noch besseren Frühstück gingen wir auf Entdeckungstour.
‚Ho Chi Minh Stadt‘ ist mit neun Millionen Einwohnern die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum von Vietnam. Unter dem alten Namen ‚Saigon‘, der weiterhin noch verwendet wird, war sie bis April 1975 die Hauptstadt der ‚Republik Vietnam (Südvietnam)‘. Sie wurde 1976 um den nordvietnamesischen Staatschef ‚Ho Chi Minh‘ zu ehren und wohl auch um die Südvietnamesen und Amerikaner zu demütigen, auf ‚Ho Chi Minh Stadt‘ umbenannt.
Als erste Sehenswürdigkeit in der Stadt besuchten wir das ‚War Remnants Museum‘. Hier wir die Zeit des ‚Indochinakrieges‘ (gegen die Besatzung durch die Franzosen) und des ‚Vietnamkrieges‘ (gegen die USA) aufgearbeitet. Und dies in sehr objektiver Form. So sind zwar Kriegsverbrechen der Amerikaner dokumentiert, jedoch keine der ‚Nordvietnamesen‘ oder des ‚Vietcong‘.
Vor dem Museum ist schweres amerikanisches Kriegsgerät zu sehen, dass die Nordvietnamesen entweder erbeutet hatten oder die Amerikaner bei ihrer Flucht aus Vietnam zurücklassen mussten.
Im Inneren des Museums sind auf drei Stockwerken diverse Ausstellungen zu sehen, die sich jeweils eines besonderen Themas annehmen. So zum Beispiel:
Agent Orange: Dieses von den Amerikanern großflächig über Vietnam versprühte chemische Mittel, hat nicht nur wie beabsichtigt die Bäume entlaubt, sondern ist bis heute bei Freund und Feind für massive gesundheitliche Schäden wie unter anderem Krebs, Immunschwächen und Fehlbildungen bei Kindern verantwortlich.
Waffen: Eine Fülle von Gewehren, Granatwerfern sowie die dazugehörige Munition wir hier gezeigt.
Opfer des Krieges: Wie schon immer in einem Krieg gibt es Opfer. Mal sind sie auf der einen, mal auf der anderen Seite. Vertreibung, Folter, Vergewaltigung, Tod: die Ingredienzen eines jeden Krieges. Hier sind nur die harmloseren Fotos der Ausstellung zu sehen.
Kriegsgefangene: Erschütternde Briefe von Kriegsgefangenen an ihre Väter, Mütter, Frauen und Kinder bzw. auch umgekehrt, die zeigen, dass ein Krieg zwar von Massen geführt wird, jedoch im Grunde genommen sehr individuell ist.
Das Napalm Mädchen: Am 8. Juni 1972 bombardierten US-Truppen den Bezirk ‚Trang Bang‘ mit 'Napalmbomben'. Dabei setzten sie mehrere Dörfer in Brand, aus denen die Zivilisten flohen und um ihr Leben rannten. Unter den Flüchtenden war ein neunjähriges Mädchen namens ‚PhanThi Kim Phuc‘. Ihre Kleider begannen zu brennen und jemand riss sie ihr vom Körper. Doch nicht nur ihre Kleider, auch 30 % ihrer Haut verbrannten. Der Kriegsberichterstatter ‚Nick Ut‘ machte dieses Foto, kümmert sich jedoch auch um das Mädchen. Trotz ihrer schweren Verbrennungen überlebte sie. Unzählige Operationen, die letzte davon 2022, musste sie über sich ergehen lassen.
Das Foto wurde unter dem Namen ‚The Terror of War‘ weltberühmt und mehrfach preisgekrönt. Es sorgte in den ohnehin schon kriegsmüden USA für großes Aufsehen und war Wasser auf die Mühlen der Anti-Vietnambewegung und beschleunigte dadurch den Rückzug der USA aus Vietnam.
Anschließend brauchten wir eine kleine Kaffeepause, um dann weiter zum ‚Wiedervereinigungspalast‘ zu gehen. Dieser Palast war die Residenz und der Arbeitsplatz des ‚Präsidenten von Südvietnam‘. Am 30. April 1975 durchbrach ein nordvietnamesischer Panzer diese Eisentore des Palastes und markierte damit das Ende des Vietnamkrieges.
Da der Palast in den Kriegs- und Nachkriegswirren nicht zerstört und geplündert wurde, ist die prunkvolle Einrichtung noch heute unversehrt zu sehen.
Weiter ging es zur ‚Notre Dame von Saigon‘. Die 1880 fertiggestellte Kathedrale, deren gesamtes Baumaterial aus Frankreich stammt, wird zurzeit saniert und war daher nicht zugänglich. Am Kirchenschiff kann man von außen schon den Renovierungsfortschritt erkennen.
Nun gingen wir entlang einer mit Drachen gesäumten Fußgängerzone vorbei am ‚Ho Chi Minh Rathaus‘, und dem ‚Stadttheater/Opernhaus‘.
Schließlich landeten wir beim 2010 erbauten ‚BitexcoFinancial Tower‘, der mit seinen 265,5 Metern eines der höchsten von ganz Vietnam ist. Im und am Turm gibt es viele Arbeitsplätze. Die herausragende Plattform im 50 Stockwerk ist als Hubschrauberlandeplatz konzipiert.
Wir ließen uns mit dem Aufzug in nur rund 30 Sekunden in den 49 Stock auf das ‚Saigon Sky Deck‘ bringen. Von dort hatten wir einen schönen Rundblick auf ‚Ho Chi Minh Stadt‘. Hier konnten wir ein wenig von den gut 10 Kilometern, die wir schon in den Beinen hatten, ausruhen und zum Tagesabschluss die Aussicht in aller Ruhe genießen.
2024-03-27 - Cu Chi / Ben Dinh Tunnel
Wieder hieß es etwas zeitiger aufstehen, denn wir wurden um 7:45 für die nächste Tour abgeholt. Über ‚GetYourGuide‘ haben wir bei ‚TripGuru‘ den Ausflug ‚Cu Chi Tunnels‘ gebucht. Die Abholung erfolgte pünktlich und unser Tourguide ‚Trevor‘ entpuppte sich als erfahrener, umsichtiger und freundlicher junger Mann.
Nach über einer Stunde Fahrtzeit durch den dichten Verkehr von ‚Saigon‘ erreichten wir die Tunnelanlage von ‚Ben Dinh‘. Diese Anlage ist Teil eines komplexen, über 250 Km langen Tunnelsystems im Bezirk ‚Cu Chi‘.
Die Tunnel in ‚Ben Dinh‘ wurden teilweise als Schautunnels umgestaltet, um in einem für Touristen gangbaren Weg die Funktionen eines Tunnelsystems zu zeigen. Zuerst konnten wir probieren möglichst schnell einen getarnten Tunneleingang zu benutzen. Und das, ohne darinnen stecken zu bleiben.
Weiter ging es einer Sammlung von Fallen. Diese wurden mit einfachsten Mitteln hergestellt. Sie waren sehr effektiv und darauf ausgerichtet, das Opfer nicht sofort zu töten, sondern ihm möglichst große Schmerzen zuzufügen und möglichst viele seiner Kameraden mit der Erste-Hilfe-Leistung zu binden, um auch diese möglichst wehrlos zu machen. Die spitzen Waffen der Fallen wurden zusätzlich mit Urin und Kot versetzt, um Entzündungen der Wunden herbeizuführen. Eine der Fallen heißt ‚See-Saw-Trap‘. Warum? Eigentlich ganz einfach: ‚You SEE it coming, but it’s the last thing you SAW‘.
Die Südvietnamesen/Amerikaner hatten gegen zwei Feinde zu kämpfen. Die Nordvietnamesen in ihren grünen und den Vietcong in ihren schwarzen Uniformen.
Die Nordvietnamesen/Vietcong waren Meister der Improvisation. Aus Nichts wurde Alles gemacht. So wurden zum Beispiel aus nicht explodierten Streubomben Panzerminen und aus Bombenüberresten Fallen gebaut.
Aus Autoreifen wurden Sandalen gefertigt. Diese wurden so gemacht, dass man von beiden Seiten hineinschlüpfen konnten. Zog man sie ‚verkehrt‘ an und ging vorwärts, erzeugte es ein Trittmuster, als ob man eigentlich in die andere Richtung gehen würde. Dadurch wurde es den Fährtenlesern der Feinde schwer gemacht, die Marschrichtung der Spuren festzulegen.
Bombenblindgänger waren eine willkommene Beute für die Nordvietnamesen/Vietcong. Diese wurden geborgen, um sie wiederzuverwerten. Dazu wurden sie zersägt, um vor allem an den Explosivstoff zu gelangen. Dabei kam es häufig zu Unfällen, die natürlich desaströs für Menschen und Tunnel endeten.
An einem Schießstand waren verschiedene Gewehrtypen aufgebaut und wir hätten die Möglichkeit gehabt, mit einem davon zu schießen. Da wir der Meinung sind, dass auf der ganzen Welt ohnehin zu viel herumgeballert wird, haben die diese Gelegenheit nicht genutzt.
Zum Abschluss hatten wir noch die Gelegenheit, einen Tunnel zu begehen. Dieser extra für Touristen ausgebaute 100 Meter lange Tunnel vermittelt trotz seiner Erweiterung auf ca. 1 Meter Höhe ein gutes klaustrophobisches Erlebnis. Wir zwängten uns in extrem gebückter Haltung durch den Tunnel. Hatte es an der Oberfläche um die 35 Grad, so war es hier unten noch heißer und vor allem stickiger, da hier die Frischluftzufuhr nur bedingt funktioniert. Schweißüberströmt, keuchend, nach Luft ringend, mit Rücken- und Knieschmerzen nutzen wir Notausgang, um wieder an die Oberfläche zu steigen. Die Notausgänge sind alle 20 Meter angelegt und wir haben gleich den ersten genutzt. So wie übrigens auch die meisten aus unserer Gruppe, die aber 40-50 Jahre jünger sind.
Nach einer kleinen Erholung ging es wieder zurück zu unserem Hotel in ‚Saigon‘, wo wir kurz vor 15:00 eintrafen. Wir genossen noch einen guten Kaffee im ‚Highlands Coffee‘ bevor wir uns in unser Hotelzimmer zurückzogen um uns ordentlich auszuruhen.
Unsere heutige komplette Tagestour:
2024-03-28 - Mekongdelta 1v3
Wieder bei ‚IziTour‘ haben wir die dreitägige Tour ‚DiscoverMekong Delta‘ gebucht, um etwas zu dem Fluss ‚Mekong‘ im Allgemeinen und zum ‚MekongDelta‘ im Besonderen zu erfahren. Pünktlich um 08:00 wurden wir von unserem Guide ‚Thach‘ abgeholt. Das große Gepäck konnten wir im Hotel zurücklassen, da wir in drei Tagen ohnehin wieder hierher zurückkommen werden.
Unser Fahrer hatten mittlerweile für unseren Mitsubishi einen Parkplatz gefunden und so konnten wir unser kleines Gepäck verstauen und abfahren. Nach 2:30 Std. für 90 Km kamen wir am ‚Hung Vuong-Pier‘ an, wo wir in ein Boot umstiegen um am ‚Ben Tre River‘ ein Stück entlangzufahren.
Nach einiger Zeit legten wir an, um eine Ziegelfabrik zu besichtigen. Zuerst wird Schlamm aus dem Fluss gebaggert und in einer uralten Maschine in Ziegelform gebracht und anschließend getrocknet. Von Spezialisten werden die getrockneten Ziegel in einer bestimmten Form in einem Brennofen aufgestapelt. Und zwar tausende davon in wochenlanger Arbeit. Vor dem Brennofen wird Feuer entzündet, dass sieben Tage und Nächte brennt. Dann wird das Feuer gelöscht, die Ziegel bleiben aber weiter sieben Tage im Brennofen. Dann sind sie richtig gebrannt und kommen noch einmal sieben Tage zum Lufttrocknen.
Auf dem gleichen Areal werden auch Kokosnüsse verarbeitet. Fleißige Frauen arbeiten hier Akkord, um die Kokosnüsse zu zerteilen, damit sie dann zur weiteren Verarbeitung weiterverkauft werden können. Je nach Arbeitsleistung verdienen die Frauen zwischen 10 und 15 Euro,
Entlang des Flusses sahen wir die seltsamsten Boote.
Als nächsten hielten wir bei einer ‚Kokoszuckerlfabrik‘. Hier werden die Kokosnüsse manuell geöffnet, das Fruchtfleisch geschreddert und gepresst. Die Kokosmilch gekocht bis sie karamellisiert. Nach dem Auskühlen wird die Masse in Stücke geschnitten und wiederum manuell verpackt.
Die Fahrt mit dem Boot ging noch ein kurzes Stück weiter, bis wir anlegten und ein Stück zu Fuß gehen mussten. Die Eindrücke, die wir dabei gewinnen konnten, entschädigten für den Marsch bei 37 Grad und 67 % Luftfeuchtigkeit.
Schließlich landeten wir in einer ‚Mattenfabrik‘. Aus langen Jutefasern werden mit einem Webstuhl Matten hergestellt, auf denen die Bewohner des Mekongdelta gerne schlafen.
Anschließend bestiegen wir ein Tuk-Tuk, das uns zu einem Restaurant brachte. Das entpuppte sich als Familienbetrieb mit einer außergewöhnlichen Küche. Alles wurde kreativ angerichtet und schmeckte wie in einem Haubenlokal. Selten, wenn überhaupt, haben wir so gut und reichlich gegessen. Egal ob Fisch, panierte Bananenblüten, paniertes Hühnerfilet oder Shrimps, alles schmeckte sensationell.
Wir bestiegen wieder unser Tuk-Tuk und wurden zu einer Bootsanlegestelle gebracht, wo wir in ein kleines Ruderboot umstiegen und eine kurze Strecke einen Kanal entlangfuhren.
Von dem kleinen Boot stiegen wir wieder in unser Auto um uns wurden nach 'Cai Lay' in unser Homestay ‚Hai My‘ gebracht. Wir wurden freundlich empfangen und konnten gleich unser Zimmer im ersten Stock eines Nebentraktes beziehen. Groß, sauber und mit Klimaanlage.
Nach einer kurzen Pause schwangen wir uns auf die Fahrräder und fuhren eine Runde durch das kleine Dorf. Wir strampelten an vielen Gärten entlang, in den wir die verschiedensten Früchte sehen konnten.
Das letzte Stück radelten wir dann an einem Markt vorbei. Neben Obst gab es auch alle Arten von Fleisch zu kaufen. Sei es Muscheln, Fische, Schwein und Ratte.
Zum Abendessen gab es von der Oma zubereitete Palatschinken mit Schweinefleisch und Sojasprossen, wobei Edith kräftig mithalf. Die Hausfrau ergänzte das Essen noch mit Suppe, Salaten und Hühnerfleisch.
2024-03-29 - Mekongdelta 2v3
Um 08:00 gab es ein sehr süßes Frühstück, dass uns wieder von Oma und der Hausfrau serviert wurde.
Und schon um 08:30 ging es wieder weiter. Für die nächsten 60 Kilometer bis ‚Sa Dec‘ benötigten wir eineinhalb Stunden. Dabei gab es zwei spektakuläre Brücken und jede Menge Mofafahrer zu sehen.
In ‚Sa Dec‘ fuhren wir gleich zum ‚Sa Dec Market‘ und stürzten uns dort in das geschäftige Treiben. Der Markt teilt sich in zwei Teile. Der nach außen liegende Teil beherbergt Einzelhändler, im innen liegenden Teil sind die Großhändler zu finden.
Bei den Einzelhändlern gibt es im Groben gesehen drei Gruppen. Obst-/Gemüse-, Fisch- und Fleischhändler. Je Gruppe hat uns folgendes am besten gefallen:
Obst/Gemüse:
Fisch:
Fleisch:
Aber es wäre nicht ein asiatischer Markt, wenn es nicht ein paar Besonderheiten geben würde, wie zum Beispiel Schildkröten und Schlangen. Beide stammen aus Farmbetrieben, da sie in de Natur geschützt sind.
Bei den Großhändlern ging es richtig hektisch zu. Die in großen Gebinden lagernden Waren wurden permanent bewegt. Entweder in die Halle gebracht oder nach deren Verkauf wieder aus der Halle geschafft. Auch dazu bedient man sich des Mofas. Hier in diesen engen Gängen herumzufahren ist nicht ganz einfach. Und meistens mit entsprechendem Hupen und Schreien verbunden.
Nach einer weiteren Stunde Autofahrt kamen wir nach ‚LongXuyen‘, wo wir im Restaurant einer Krokodilfarm ein ausgezeichnetes Menü als Mittagessen erhielten.
Anschließend spazierten wir durch die Krokodilfarm. In zwei riesigen Teichen und unzähligen kleinen Gehegen wurden viele Krokodile jeden Alters gehalten.
Unsere nächste Unterkunft, das ‚Ho a Binh‘-Hotel liegt direkt in ‚Long Xuyen‘ und wir erreichten es in wenigen Minuten. Wir bezogen ein schönes, großes Zimmer und hatten noch Zeit uns vor dem Abendessen etwas auszuruhen.
Eigentlich wollten wir zum Abendessen in ein gutes Restaurant gehen. Doch nach den Essensmengen in den letzten beiden Tagen, verspürten wir keinen allzu großen Hunger. Wir gingen deshalb nur ein paar Minuten bis zum Einkaufzentrum ‚Vincom Plaza‘. Im dortigen Foodcourt kauften wir uns in einem Fastfood Lokal je ein Stück gebackene Hühnerbrust mit Pommes Frites und hatten dadurch unseren kleinen Hunger gestillt. Auf dem Rückweg zum Hotel genossen wir noch das Lichtermeer am Kanal und die Lichtreklamen.
2024-03-30 - Mekongdelta 3v3
Mit einem guten Frühstück im ‚Ho a Binh‘-Hotel verabschiedeten wir uns auch schon wieder und fuhren ein kurzes Stück durch ‚Long Xuyen‘ bis wir zu einer seltsamen Bootsanlegestelle kamen. Über eine kleine Müllhalde kletterten wir in eines der Boote, die mit einer seltsamen Antriebseinheit ausgestattet waren. An einem langen Gestänge sitzt auf der einen Seite ein uralter Dieselmotor und am anderen Ende eine Schiffsschraube. Das gesamte Konstrukt kann leicht aus und in das Wasser gehoben werden und ist dadurch leicht zu steuern. Bei uns übernahm eine nette ältere Dame diesen Job.
Leinen los und ab ging die Fahrt auf den ‚Mekong‘. Zuerst begegneten wir den Fährschiffen, die jeden Tag 24 Stunden im Einsatz sind und dabei tausende Meschen, Mofas, Autos und Waren aller Art von einem Ufer an das andere bringen.
Weiter ging es ein paar Kilometer stromauf- und abwärts. Dabei erlebten wir, wie eng die Menschen hier mit dem ‚Mekong‘ verbunden sind und wie sehr sie auf ihn angewiesen sind.
Sei es als Transportweg für Menschen,
oder als Transportweg für Waren,
oder auch als schwimmende Marktstandln. Diese schwimmenden Gebilde sind gleichzeitig Geschäft und Wohnung. Je nach Bedarf und Marktlage fahren diese Marktboote den Mekong hinauf oder hinab oder bleiben einfach dort liegen, wo sie das beste Geschäft machen können.
Nachdem wir zwei Kilometer stromaufwärts, danach vier Kilometer stromabwärts gefahren sind, legten wir auf der kleinen ‚Mekongdeltainsel‘ ‚Cu Lao Ong Ho‘ an. Dort besuchten wir zuerst ein kleines Museum, das ‚Ton DucThang‘ gewidmet ist. Er war Nachfolger von ‚Ho Chi Minh‘ als Präsident Nordvietnams und erster Präsident des wiedervereinigten gesamten Vietnams.
Ein paar Schritte davon entfernt schwangen wir uns auf Räder und machten eine kleine Runde durch Reis- und Gemüsefelder. Der Reis auf den Feldern ist in eine paar Wochen erntebereit. Dreimal im Jahr kann hier geerntet werden. Sieht man schöne rosa Gebilde in einem Reisfeld, so bedeutet das nichts Gutes. Das sind nämlich Schnecken, die über junge Reispflanzen herfallen und auffressen. Hier ist es auch üblich, dass man verstorbene Verwandte nahe bei sich auf den eigenen Feldern beerdigt.
Auf dieser Insel wird jede Menge von bekannten und uns meist unbekannten Kräutern angebaut. Daneben gedeihen hier, begünstigt durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem und durch Einsatz von Pestiziden, auch die verschiedensten Gemüse- und Obstsorten. Und Obst, frisch vom nicht bzw. noch nicht gespritzten Baum schmeckt unvergleichlich gut.
Nun gaben wir die Räder wieder zurück und wurden wieder von unserem Boot abgeholt und zurück der Anlegestelle gebracht. Dabei fuhren wir an Hütten entlang, die teilweise als Lager oder auch als Wohnhäuser dienen.
Nach der Bootstour stiegen wir wieder in unser Auto und es begann der lange Weg zurück nach ‚Saigon‘. Zwei Stunden fuhren wir, dann war es Zeit für das Mittagessen. In ‚Dong Hoa Hiep‘ stoppten wir bei einem Restaurant und wurden wieder, wie üblich, sehr gut versorgt. Suppe, Frühlingsrollen, Schweinefleisch, Fisch, Shrimps, Gemüse und natürlich Reis. Und als Nachtisch gab es ‚Jackfrucht‘.
Jetzt nahmen wir die letzten zwei Fahrtstunden in Angriff und erreichten gegen 16:00 wieder unser ‚Eden Star Saigon Hotel‘ in ‚Saigon‘. Damit war dieser empfehlenswerte Trip leider schon zu Ende. Und damit auch schon unsere Entdeckungsreise durch dieses exotische Land. Aber ein paar Tage werden wir trotzdem noch im Lande bleiben.
2024-03-31 - von Saigon nach Phu Choc
Draußen war es noch finster, als uns der Wecker um 4:15 aus dem Schlaf riss. Heute war wieder Reisetag und da ging es schon früh los. Ohne Frühstück packten wir alles zusammen und eine Stunde später standen wir schon abreisefertig in der Hotellobby.
Über ‚Grab‘ bestellten wir uns ein Taxi, dass auch schon fünf Minuten später vor dem Hotel stand. Hatten wir bei der Ankunft in ‚Saigon‘ für die Strecke vom Flughafen bis in unser Hotel im abendlichen Verkehr eineinviertel Stunden benötigt, so schafften wir es zu dieser frühen Morgenstunde in einer guten Viertelstunde.
Trotz es erst 05:30 war, herrschte in der Abflughalle schon reger Betrieb. Vor den Check-In-Schaltern der ‚Vietnam Airlines‘ stand schon eine lange Schlange. Darunter waren viele Familien mit mindestens vier Personen und jede Menge Gepäck. Taschen, Koffer, Säcke und Kartone. Aber nach einer Viertelstunde waren wir dran und nach einer Minute fertig. Auch beim Securitycheck das gleiche Bild. Lange Schlange, Viertelstunde warten und durch in einer Minute.
Wie üblich waren wir zu früh dran und mussten deshalb über eineinhalb Stunden auf das Boarding warten. Ein Kaffee mit Schokocroissant und surfen am Handy vertrieben uns die Zeit. Zwischendurch wurde auch das Abfluggate gewechselt, sodass wir auch ein wenig in Bewegung blieben.
Unser heutiges Ziel war die Insel ‚Phu Choc‘. Sie liegt im ‚Golf von Thailand‘ und ist die größte Insel ‚Vietnams‘ und 48 Km lang und zwischen drei und 28 Km breit. Sie liegt 40 Km von der Südwestküste ‚Vietnams‘, aber nur zwölf Kilometer vom Festland ‚Kambodschas‘ entfernt.
Von Flughafen zu Flughafen sind es nur 300 Km und somit war die Flugzeit mit 50 Minuten angegeben. Im Endeffekt haben wir aber nur 32 Minuten dafür gebraucht. Ist die normale Reisehöhe eines Flugzeuges um die 11.000 Meter so flogen wir heute eine maximale Reisehöhe von 5.500 Meter. Aber nur kurz. Denn kaum hatten wir diese Höhe erreicht, setzten wir auch schon wieder zum Landeanflug an.
Das Gepäck kam unerwartet schnell und so waren wir schon gegen 09:30 vor der Ankunftshalle. Wir hatten den Gratisshuttle in unser Hotel gebucht und der sollte uns um 11:00 hier abholen. Doch wir waren freudig erstaunt, als wir schon um 10:15 abgeholt wurden. Nun ging es 20 Km in 30 Minuten an die Westküste zu unserem Hotel, dem ‚Ocean Bay Resort & Spa Phu Quoc‘.
Zum Glück war unsere Unterkunft trotz des frühen Vormittages schon fertig und so konnten wir unseren Bungalow gleich beziehen. Im Bungalow gibt es ein Zimmer und ein Bad/WC, jeweils getrennt. Das Zimmer besitzt zwei große Betten, Schrank, Schreibtisch, Klimaanlage, Ventilator, Minibar, einen Schminktisch und einen angrenzenden Balkon.
Das Badezimmer ist fast so groß wie das Zimmer und sehr geschmackvoll gestaltet. Es ist in drei Sektionen unterteilt. Dusche, Waschbecken/Badewanne und WC. Leider ist dieser Raum nicht klimatisiert, wodurch es dort immer sehr warm ist.
Nachdem wir uns ein wenig akklimatisiert hatten, gingen wir eine Runde durch die, mit sehr vielen Blumen geschmückte Anlage.
Natürlich mussten wir auch den Pool gleich ausprobieren. Das Wasser war sehr warm. Die Temperatur dürfte so bei 30 Grad liegen. Wir nutzten es gleich, um ein paar Längen bzw. Runden zu schwimmen.
Später wechselten wir an den Strand, um uns im Meer zu erfrischen. Das ging aber total daneben. Das Meereswasser hatte an die 35 Grad. So warm möchten wir es nicht einmal zu Hause in de Badewanne. Wenn man in diesem Wasser schwimmt, beginnt man, so paradox es klingt, zu schwitzen.
Neben dem Hotel gibt es das kleine Restaurant ‚Gecko‘ in dem wir unser Abendessen verzehrten. Edith’s Teigtaschen waren ok, das Steak von Franz war allerdings nur zäh und voller Flachsen.
2024-04-01 - Ocean Bay Resort /Phu Quoc 1v3
In unserem neuen Quartier dem ‚Ocean Bay Resort & Spa Phu Quoc‘ haben wir nicht nur sehr gut, sondern auch länger als bisher in diesem Urlaub, geschlafen. Aber wir schafften es, rechtzeitig zum ausgezeichneten Frühstücksbuffet zu erscheinen.
Den Rest des Tages machten wir das, was man in einem Badeurlaub macht. Hauptsächlich nichts. Außer am Pool herumzuliegen oder im Pool herumzuhängen. Bis ins Meer haben wir es heute gar nicht geschafft.
Dafür sind wir etwas in der Hotelanlage herumspaziert und haben die Schönheit der Blumen bewundert.
Abends machten wir noch einen kurzen Strandbesuch. Dafür wurden wir mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.
Später belohnten wir uns, für was auch immer, mit einem Abendessen im Restaurant ‚Gecko‘. Obwohl wir gestern nicht restlos zufrieden waren, gaben wir dem Restaurant heute eine zweite Chance. Und die wurde auch genutzt. Edith’s ‚Beef&Bacon-Burger‘ war genauso in Ordnung wie das ‚Chicken Tikka Masala‘ von Franz. Beiden Speisen wurde ein gutes und starkes ‚Saigon Special‘ mit auf den Verdauungsweg gegeben.
2024-04-02 - Ocean Bay Resort /Phu Quoc 2v3
Heute waren wir richtig aktiv. Zumindest im Vergleich zu gestern. Wir schafften es nämlich heute, sowohl im Pool als auch im Meer zu schwimmen.
Das Infinity-Pool, oder man könnte auch Infinity-Edge-Pool oder Zero-Edge-Pool oder Overflow-Pool oder Spillover-Pool dazu sagen, ist nur 1,30 Meter tief, um die 30 Grad warm und gewährt einen schönen Ausblick auf das Meer.
Der Strand ist schmal und man muss eine Sandstufe vom oberen Teil des Strandes auf den unteren Teil des Strandes hin zum Meer überwinden. In das Meer geht es sehr sanft hinein. Man muss schon gute 50 Meter oder mehr ins Meer gehen, damit das Wasser bis zu den Hüften reicht. Heute war die Wassertemperatur ähnlich der des Pools und nicht so heiß wie gestern.
Zum Abendessen gingen wir wieder ins ‚Gecko‘. Edith orderte ein ‚Clubsandwich‘, Franz ‚BBQ Pork Ribs‘. Beides war genießbar, aber mehr auch schon nicht.
Um mit den Einheimischen zu kommunizieren, genügen eigentlich zwei Worte. Noch dazu braucht man die nicht extra zu lernen, da man sie ohnehin schon beherrscht. Mit einem freundlichen ‚Xin Chao‘ oder nur ‚Chao‘ oder sehr freundlich mit ‚Chao, Chao‘ bekommt man überall ein Lächeln zurück. Das ‚Chao‘ wird wie bei uns das italienische ‚Ciao‘ ausgesprochen. Und um sich zu bedanken, sagt man einfach: ‚Cảm ơn‘. Das wird genau so ausgesprochen wie das englische ‚cameon‘. Beides leicht zu merken und sehr effektiv.
2024-04-03 - Ocean Bay Resort /Phu Quoc 3v3
Diesen eigentlich letzten Tag im Hotel und in diesem Urlaub überhaupt, haben wir ganz entspannt verbracht. Frühstück, Poolliege, Pool, Snack, Pool, Poolliege, Pool, Abendessen. Das war es schon. Auch so kann man einen Tag verbringen. Normalerweise nicht so unsere Art Urlaub zu machen, aber manchmal passiert es uns doch. Und das tut uns auch gut.
Das lässt Zeit, die vergangenen Tage ein wenig Revue passieren zu lassen. Was uns am meisten hier imponiert hat, waren die Menschen. Erst seit relativ kurzer Zeit, nach Jahrhunderte langem Kriegszustand, in einer friedlichen Phase, sind die Menschen hier überaus freundlich.
Sie haben immer ein Lächeln auf den Lippen und von ihnen gegrüßt zu werden, ist keine Seltenheit. Der Großteil ist politisch nicht sehr interessiert und aufgrund des Einparteiensystems gehen sie selten oder gar nicht zu Wahlen.
Moped, Mofa oder Scooter, wie immer man ihre motorgetriebenen, zweirädrigen Gefährte auch nennt, sind ihr ein und alles. Vom Kind bis zu Oma und Opa, alles fährt auf diesen Vehikeln. Darauf wird auch alles transportiert. Von ganzen Familien hin bis zu Waren aller Art.
Sie sind sehr geschäftstüchtig, wovon viele kleine familiengeführte Geschäfte zeigen. Die Gehsteige sind nicht für Fußgänger, sondern dienen als Parkplatz, Abstellfläche, erweiterter Geschäftsbereich und in Form von Garküchen, als Kommunikationseinrichtung.
2024-04-04 - Flug von Phu Quoc nach Saigon
Heute um 06:00 begann die lange Reise nach Hause. Das Gepäck bekam noch den letzten Feinschliff und wir holten uns diesen im Badezimmer. Beobachtet von einem kleinen Frosch.
Um 07:00 standen wir schon beim Frühstücksbuffet, das hier wirklich alle Stückerln spielt.
Und bei der guten Aussicht schmeckte das Essen noch mal so gut. Allerdings waren wir nach dem Essen wieder komplett durchgeschwitzt. Kein Wunder bei 32 Grad und 75 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Nach dem Frühstück ging es ein letztes Mal zurück in unseren Bungalow. Wir stellten die Koffer bereit und riefen die Rezeption an, damit diese eines der kleinen Elektroautos schicken, um uns und das Gepäck zur Rezeption zu chauffieren. Dort angekommen hatten wir noch die Rechnung für Essen und Trinken der letzten vier Tage am Pool zu zahlen. Etwa nach 08:00 kam der Shuttle-Bus um uns und eine andere Familie zum Flughafen von ‚Phu Quoc‘ zu bringen. Nach einer guten halben Stunde hatten wir die 25 Km auch geschafft.
Der Flughafen ist nicht besonders groß, es gab keine langen Schlangen und so kamen wir rasch durch Check-In und Securitycheck. Nun hatten wir fast eine Stunde bis zu Boarding und mussten geduldig auf dieses Procedere warten.
Der Wartebereich füllte sich und nachdem die Maschine pünktlich am Gate anlegte, dauerte es nicht mehr lange bis unser Flug aufgerufen wurde.
Wir genossen es wieder, in eine leere Maschine einzusteigen und damit dem Kampf, um den Stauraum in den Ablagefächern auszuweichen.
Kaum waren alle Passagiere an Bord, ging es auch schon auf die Startbahn und ab in die Lüfte. Und kaum in der Luft waren wir schon über die Insel hinweg und über dem ‚Golf von Thailand‘.
Der Flug war ruhig und kaum waren wir gestartet, wurde die Crew vom Kapitän aufgefordert alles für die Landung vorzubereiten. Zumindest konnten wir uns kurz an den Wolkengebilden und an der Aussicht auf das Mekongdelta erfreuen.
Und schon ging es in den Sinkflug und in einer Schleife um die Stadt herum landeten wir sanft in Saigon.
Nach der Ankunft holten wir unsere Koffer, schnappten uns einen Trolley und gingen ca. fünf Minuten vom Inlandsflughafen zum benachbarten Internationalen Flughafen. Dort suchen wir und ein Restaurant, denn nun begann das lange Warten, da unser nächster Flug erst um 23:50 abhebt.
Unser Shuttle vom 'Ocean Beach Hotel' zum Flughafen auf 'Phu Quoc'.
2024-04-04/05 - Flug von Saigon nach Dubai
Von 11:30 an mussten wir die Zeit totschlagen. Und dass bis 20:00 Uhr. Wir vertrieben uns die Zeit mit Handy, Laptop, E-Book-Reader und spielten eine Zeitlang Karten. Wir hatten uns extra ein Monopoly-Kartenspiel für die Reise gekauft. Nach einigen Versuchen hatten wir die Regeln dann doch richtig angewendet und es hat einen Riesenspass gemacht. Zumindest immer für den Gewinner.
Neben uns nahm ein junges Pärchen aus England Platz und wir kamen ins Gespräch. Die reisen momentan einige Monate durch Südostasien um sich dann in Brisbane/Australien niederzulassen. Der Grund, warum sie auswandern, sind das schlechte Wetter und vor allem die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse und die enorm gestiegenen Preise in England, insbesondere nach dem Brexit.
So verging dann doch die Zeit und kurz vor 20:00 schauten wir bei den Emirates-Check-In-Schalter vorbei, ob die auch planmäßig um 21:00 öffnen oder doch vielleicht schon früher. Die Öffnungszeit wurde uns bestätigt, aber es waren schon einige Passagiere angestellt. Also machten wir das auch und standen uns eine Stunde die Füße in den Bauch, um nur ja an vorderster Front zu stehen. Punkt 21:00 traten das gesamte Check-In-Personal vor ihre Schalter, verneigte sich vor den warteten Passagieren, um sich dann an die Arbeit zu machen. Wir kamen gleich mit der ersten Tranche an die Reihe und das ganze war in ein paar Minuten erledigt.
Länger dauerte es schon bei der Passkontrolle. Pro Person benötigt der Beamte eine gute Minute für die Überprüfung des Passes. Aber da ca. 10 Leute vor uns standen, hatten wir diese Hürde in einer guten Viertelstunde geschafft. Gleich anschließend mussten wir uns schon wieder anstellen. Diesmal beim Securitycheck. Hier war die Schlange ordentlich lang und die Abfertigung ging auch langsam, da sogar Schlüssel, Handys neben den obligaten Kameras, Laptops, Flüssigkeiten aus den Handgepäckstücken ausgeräumt werden mussten. Nach einer halben Stunde hatten wir auch diesen Check hinter uns gebracht.
Nun begaben wir uns gleich auf die Suche nach der Airport-Lounge. Die war nicht weit entfernt und wir fanden auch noch einen der letzten Sitzplätze. Enttäuscht waren wir von der Qualität der mäßig warm und schmeckte deshalb auch nicht besonders. Das größte Minus war jedoch das komplette Fehlen von Nachspeisen.
Ein wenig haben wir doch gegessen und getrunken und sind dann zum nahegelegenen Gate gegangen. Dort konnten wir mit Mühen einen Sitzplatz finden und zusehen wie unsere Maschinen für den Flug vorbereitet wurde. Beim Boarden waren wir wieder ganz vorne dabei und konnten in Ruhe unser Gepäck verstauen. Leider gab es keinen Gang-Gang-Sitze nebeneinander. Diesmal mussten wir hintereinander sitzen. Aber wenigsten waren es Gangsitze.
Nach einer Stunde Flug, es mittlerweile 01:00 Früh, gab es ein Abendessen. Wir wählten beide ‚Chicken Vietnamese‘. Es war nicht schlecht, aber wir hatten nicht so recht Hunger und haben nicht ordentlich aufgegessen. Vielleicht war das auch der Grund, warum der ganze Flug sehr unruhig war. Die meiste Zeit war aufgrund der Turbulenzen sogar das WC gesperrt.
Wir schauten Filme und Edith konnte einige Zeit schlafen, Franz wie meistens nur immer ein paar Minuten, um dann wieder wach zu werden. Aber auch diese Zeit ging vorbei und nach knapp sieben Stunden landeten wir um 4:00 Ortszeit in Dubai.
2024-04-06 - Flug von Dubai nach Wien
Als wir um 04:00 in Dubai ankamen mussten wir zuerst schauen von welchem Terminal unser Weiterflug abging. Zum Glück brauchten wir nicht das Terminal zu wechseln. Wir mussten nur ein ganz schönes Stück gehen bis wir vom Ankunftsgate zum Abflugbereich kamen. Davor gab es natürlich wieder einen Securitycheck, der aber nicht sehr gründlich war.
Noch vor 05:00 hatten wir alles erledigt und konnten deshalb in der Nähe unseres Abfluggates das Kaffee ‚Costas‘ besuchen. Wir hatten jetzt Zeit, denn der Flug nach Wien war für 8:55, das Boarding für 08:00 angesetzt.
Um über diese Zeit hinwegzukommen, mussten wieder Laptop und Handys herhalten. Um 7:30 bekamen wir von ‚Emirates Airline‘ die Nachricht, dass unser Flug um genau eine Stunde verschoben wird. Also noch eine weitere Stunde die wir totschlagen mussten. Aber auch diese Wartezeit ging vorüber und wir sahen schon vor der Abflughalle zwei ‚Airbus A380‘ stehen. Nur mit welchem wir nach Wien fliegen würden, wussten wir nicht. Wir entschieden uns schließlich für den bunteren der beiden großen Vögel.
Diesmal waren wir überhaupt die Ersten, welche die Maschine betraten. So leer hatten wir bisher selten ein Flugzeug gesehen. Auch auf diesem Flug bekamen wir keine Gang-Gang-Sitze und mussten deshalb auf Gangsitze hintereinander ausweichen.
Als das Boarding schon beendet schien, war neben uns eine ganze Viererreihe unbesetzt. Wir nutzten die Gelegenheit und nahmen diese Reihe für uns in Beschlag. Gerade rechtzeitig, denn auch andere Passagiere hatten ein Auge auf diese leeren Sitze geworfen. Und pünktlich zu der, nun genau eine Stunde verspäteten, Abflugzeit meldete sich der Kapitän über Bordfunk. Er teilte uns mit, dass wir weitere 20 Minuten Verspätung haben werden, da er auf eine Reisegruppe warten muss. Schlussendlich warteten wir, im Flugzeug sitzend, weitere eineinhalb Stunden. Dann kam die erwartete Reisegruppe und besetzte die bisher leeren Sitzreihen, sodass wir wieder unsere angestammten Plätze einnehmen mussten. So starteten wir letztendlich mit 2:55 Stunden Verspätung. Den Start konnten wir, wie überhaupt den ganzen Flug, über Außenkameras beobachten.
Diesmal war es ein sehr ruhiger Flug und das Essen war auch besser als beim ersten Flug. Nach dem Start bekamen wir eine ‚heiße Marillentasche‘ und vor der Landung gab es ‚BBQ-Chicken‘.
Nach 5:30 Stunden war auch dieser Flug vorüber und wir landeten mit einer Verspätung von 2:15 in Wien-Schwechat.
Nach der Landung ging alles schnell. Durch die Passkontrolle, ebenso die Kofferabholung. Und auch die Schnellbahn kam nach wenigen Minuten, sodass wir relativ flott wieder zu Hause waren und damit unser Urlaub endgültig zu Ende war.
Unsere Flugroute von Dubai nach Wien.















































