2024-03-27 - Cu Chi / Ben Dinh Tunnel

Wieder hieß es etwas zeitiger aufstehen, denn wir wurden um 7:45 für die nächste Tour abgeholt. Über ‚GetYourGuide‘ haben wir bei ‚TripGuru‘ den Ausflug ‚Cu Chi Tunnels‘ gebucht. Die Abholung erfolgte pünktlich und unser Tourguide ‚Trevor‘ entpuppte sich als erfahrener, umsichtiger und freundlicher junger Mann.

Nach über einer Stunde Fahrtzeit durch den dichten Verkehr von ‚Saigon‘ erreichten wir die Tunnelanlage von ‚Ben Dinh‘. Diese Anlage ist Teil eines komplexen, über 250 Km langen Tunnelsystems im Bezirk ‚Cu Chi‘. 

Die Tunnel in ‚Ben Dinh‘ wurden teilweise als Schautunnels umgestaltet, um in einem für Touristen gangbaren Weg die Funktionen eines Tunnelsystems zu zeigen. Zuerst konnten wir probieren möglichst schnell einen getarnten Tunneleingang zu benutzen. Und das, ohne darinnen stecken zu bleiben.




Weiter ging es einer Sammlung von Fallen. Diese wurden mit einfachsten Mitteln hergestellt. Sie waren sehr effektiv und darauf ausgerichtet, das Opfer nicht sofort zu töten, sondern ihm möglichst große Schmerzen zuzufügen und möglichst viele seiner Kameraden mit der Erste-Hilfe-Leistung zu binden, um auch diese möglichst wehrlos zu machen. Die spitzen Waffen der Fallen wurden zusätzlich mit Urin und Kot versetzt, um Entzündungen der Wunden herbeizuführen. Eine der Fallen heißt ‚See-Saw-Trap‘. Warum? Eigentlich ganz einfach: ‚You SEE it coming, but it’s the last thing you SAW‘.





Die Südvietnamesen/Amerikaner hatten gegen zwei Feinde zu kämpfen. Die Nordvietnamesen in ihren grünen und den Vietcong in ihren schwarzen Uniformen.


Die Nordvietnamesen/Vietcong waren Meister der Improvisation. Aus Nichts wurde Alles gemacht. So wurden zum Beispiel aus nicht explodierten Streubomben Panzerminen und aus Bombenüberresten Fallen gebaut.


Aus Autoreifen wurden Sandalen gefertigt. Diese wurden so gemacht, dass man von beiden Seiten hineinschlüpfen konnten. Zog man sie ‚verkehrt‘ an und ging vorwärts, erzeugte es ein Trittmuster, als ob man eigentlich in die andere Richtung gehen würde. Dadurch wurde es den Fährtenlesern der Feinde schwer gemacht, die Marschrichtung der Spuren festzulegen.


Bombenblindgänger waren eine willkommene Beute für die Nordvietnamesen/Vietcong. Diese wurden geborgen, um sie wiederzuverwerten. Dazu wurden sie zersägt, um vor allem an den Explosivstoff zu gelangen. Dabei kam es häufig zu Unfällen, die natürlich desaströs für Menschen und Tunnel endeten.



An einem Schießstand waren verschiedene Gewehrtypen aufgebaut und wir hätten die Möglichkeit gehabt, mit einem davon zu schießen. Da wir der Meinung sind, dass auf der ganzen Welt ohnehin zu viel herumgeballert wird, haben die diese Gelegenheit nicht genutzt.

Zum Abschluss hatten wir noch die Gelegenheit, einen Tunnel zu begehen. Dieser extra für Touristen ausgebaute 100 Meter lange Tunnel vermittelt trotz seiner Erweiterung auf ca. 1 Meter Höhe ein gutes klaustrophobisches Erlebnis. Wir zwängten uns in extrem gebückter Haltung durch den Tunnel. Hatte es an der Oberfläche um die 35 Grad, so war es hier unten noch heißer und vor allem stickiger, da hier die Frischluftzufuhr nur bedingt funktioniert. Schweißüberströmt, keuchend, nach Luft ringend, mit Rücken- und Knieschmerzen nutzen wir Notausgang, um wieder an die Oberfläche zu steigen. Die Notausgänge sind alle 20 Meter angelegt und wir haben gleich den ersten genutzt. So wie übrigens auch die meisten aus unserer Gruppe, die aber 40-50 Jahre jünger sind.





Nach einer kleinen Erholung ging es wieder zurück zu unserem Hotel in ‚Saigon‘, wo wir kurz vor 15:00 eintrafen. Wir genossen noch einen guten Kaffee im ‚Highlands Coffee‘ bevor wir uns in unser Hotelzimmer zurückzogen um uns ordentlich auszuruhen.

Unsere heutige komplette Tagestour: