Heute war es noch dunkel, als wir aus den Federn mussten. Bereits um 5:40 wurden wir von einem Tourguide abgeholt. Gemeinsam mit acht anderen Touristen fuhren wir über eine Stunde bis wir unser Ziel erreichten, die ‚My Son Tempelstadt‘.
Ab dem dritten Jahrhundert entstand hier die 'Cham-Kultur', die stark von der indischen Kultur beeinflusst war, insbesondere von deren hinduistischer Glaubensvorstellungen. Dies kommt auch auf den Darstellungen der Tempel oft zum Ausdruck.
Das Volk de Cham hat hier in einem riesigen Tal ungefähr 70 Tempelanlagen errichtet.
Während des Vietnamkrieges verschanzte sich hier der Vietcong massiv, worauf sie noch massiver von den Amerikanern aus der Luft angegriffen wurden. Während der Kämpfe wurden 50 der 70 Tempel zerstört. Bombenfunde, Bombentrichter, sowie Einschusslöcher an den Wänden zeugen noch heute davon. Die großen Löcher stammen von Hubschrauberkanonen, die kleinen Löcher wurden von Gewehrkugeln verursacht.
Seit Jahren wird mit Hilfe der UNESCO, sowie mit Hilfe diverser Staaten ein Wiederaufbauprogramm durchgeführt. Viel Arbeit liegt noch vor ihnen.
Nach zwei Stunden Besichtigung fuhren wir in die nahe Stadt ‚Duy Xuye‘ wo wir in einem kleinen Lokal ein Sandwich und Orangensaft als spätes Frühstück bekamen. Anschließend ging es zurück nach Hoi An, wo wir gegen 11:00 Uhr eintrafen.
Müde und verschwitzt, es hat hier tagsüber ca. 30 Grad und 92% Luftfeuchtigkeit, zogen wir uns in unser Zimmer zurück, um etwas vom verpassten schlaf nachzuholen.
Gegen 15:00 gingen wir aber schon wieder los, um die
Altstadt bei Tag zu erkunden. Die Altstadt ist eine Fundgrube für allerlei
Dinge, egal ob es
- Gebäude sind, oder
- ein Markt ist, oder
- ungewöhnliche Dinge sind, oder
- ob es die Menschen sind, oder
- das Leben am Fluss.
Für 18:00 hatten wir eine Veranstaltung gebucht. Im ‚HoiAn Lune Center for the Performing Art‘ haben wir uns eine Vorstellung des ‚Bamboo Circus‘ angesehen. Unvorstellbar, was die ca. dreissigköpfige Künstlergruppe den Zuschauern bot. Akrobatik, traditionelle Musik, jonglieren, trommeln, tanzen und das alles mit Geräten und Instrumenten aus Bambus. Leider waren keine Kameras erlaubt und dies wurde auch streng kontrolliert. Nur nach der Show waren Aufnahmen erlaubt.
Auf dem Nachhauseweg gingen wir wieder ein großes Stück dem Fluss entlang. Hier konnten wir ein richtiges Lampionsinferno miterleben. Vor lauter Booten sah man kaum das Wasser des Flusses und überall drängten sich Massen von Menschen. Aber irgendwie waren die Lampionsboote schon faszinierend schön.
Wie schon vorgestern beschlossen wir den Abend mit einem guten Abendessen im nahe dem Hotel liegenden Restaurant ‚Phan Gia‘. Edith wählte ‚Frühlingsrollen‘ und Franz bestellte ‚Hühnercurry‘. Beides wurde mit einem lokalen Bier hinuntergespült.