2024-03-15 - Hanoi – Gefängnis, Konfuzius und Ho Chi Minh

In den Superbetten unseres Hotels ‚Babylon Premium‘ hatten wir ausgezeichnet geschlafen. Aber leider nicht so lang wie unsere Körper es eigentlich brauchen würden. Doch wir sind auf Reisen und da kommt manchmal das Schlafen etwas zu kurz.

Um 8:30 marschierten wir schon wieder los, um einiges in der Stadt zu besichtigen. Der erste Weg führte durch den morgendlichen Verkehr und Verzehr ins Gefängnis.





Das ‚Hoa Lo‘(glühender Ofen)-Gefängnis wurde 1904 von den Franzosen erbaut. Sie ließen ein ganzes Dorf schleifen und die Einwohner umsiedeln, damit sie dort die vietnamesischen Widerstandkämpfer einsperren, foltern und exekutieren konnten. Die Gefangenen wurden in Massenzellen mit nur einem WC bzw. Einzelzellen ohne Licht und WC inhaftiert.






Während des ‚Vietnamkrieges‘ wurden in diesem Gefängnis abgeschossene amerikanische Piloten untergebracht, welche das Gefängnis ‚Hanoi Hilton‘ nannten. Es gab zwei berühmte gefangenen amerikanische Piloten hier. ‚JosefKittinger‘, der 1960 im Rahmen des ‚Projektes Excelsior‘ mit einem Fallschirm aus der Stratosphäre sprang und 2012 war er leitender Berater beim Stratosphärensprung von ‚Felix Baumgartner‘ im Zuge des ‚Red Bull Stratos‘-Projektes.

Der bekannteste Inhaftierte war jedoch ‚John SidneyMcCain III‘. Der ehemalige amerikanische Senator und Präsidentschaftskandidat wurde 1967 angeschossen und überlebte mit etlichen Brüchen und anderen schweren Verletzungen knapp den Absturz. Er wurde gefangengenommen, in ‚Hoa Lo‘ inhaftiert, mehrfach gefoltert und erst nach sechs Jahren freigelassen. Von diesen Ereignissen sind in der Gefängnisausstellung Bilder zu sehen.




Weiter ging es zum ‚Literaturtempel‘. Die sich über fünf Innenhöfe erstreckende Anlage ist nicht nur das Hauptheiligtum Vietnams, sondern war auch die erste Akademie des Landes, in dem die Oberschicht unterrichtet wurde.





Besonders verehrt wird hier der chinesische Philosoph ‚Konfuzius‘. Ihm und seinen Nachfolgern bzw. Schülern sind hier etliche Altäre gewidmet.




Unser nächstes Ziel war die ‚Zitadelle Thang Long‘. Sie war der Kaiserhof mehrerer vietnamesischer Kaiser-Dynastien. Die schon in die Jahre gekommene riesige Anlage wird nun teilweise renoviert, um sie wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.






Auf dem Gelände der Zitadelle war während des Vietnamkrieges auch das Hauptquartier der ‚Nordvietnamesischen Volksarmee‘. Noch heute sind die ober- und unterirdischen Kommandoräume gut erhalten.






Als nächstes besuchten wir den ‚Präsidentenpalast‘. Er wurde von 1900 bis 1906 erbaut um den französischen Generalgouverneur für Indochina als Residenz zu dienen. Heute dient es der vietnamesischen Regierung als Sitzungsort.



Wenig Schritte von ‚Präsidentenpalast‘ entfernt liegt des ‚Ho Chi Minh-Mausoleum‘. Es wurde 1973 bis 1975 erbaut und ist die letzte Ruhestätte des vietnamesischen Revolutionsführers und Präsidenten ‚Ho Chi Minh‘.



Wir hatten das Glück, eine wenig spektakuläre Wachablöse sehen zu können.





Hinter dem Mausoleum liegt die ‚Einsäulenpagode‘. 1049 wurde eine drei Meter langer Holztempel auf einem Baumstamm erbaut. Der Stamm verfaulte mit den Jahren und wurde 1954 durch einen Betonpfeiler ersetzt.



Ein Stück davon entfernt liegen die ehemaligen Wohn- und Arbeitsräume von ‚Ho Chi Minh‘. Die Gebäude sind renoviert und zeigen wie der damalige Präsident gewohnt und gearbeitet hat.





Doch lange hielt es ‚Ho Chi Minh‘ hier nicht aus. Er zog sich lieber auf sein in de Nähe liegendes ‚Stelzenhaus‘ zurück. Dort waren alle Räume die er benötigte nah beisammen.



Wir waren nun gute 15 Kilometer marschiert, hatten nur eine kurze Pause zwischendurch gemacht und beschlossen, die drei Kilometer bis zu unserem Hotel mit dem Taxi, das uns schlussendlich 1,30€ kostete, zurückzulegen. 

Den Tag ließen wir bei einem Inder mit einem guten Essen ausklingen.


Unsere heutige komplette Tagestour: